Was ist ein MPU-Gutachten und wozu brauche ich es?

Die für Sie zuständige Fahrerlaubnisbehörde möchte durch ein Medizinisch-Psychologisches-Gutachten spezielle Fragen im Zusammenhang mit Ihrer Fahreignung klären. Ganz allgemein soll geklärt werden, ob von Ihnen erwartet werden kann, dass Sie hinreichend sicher und entsprechend den gesetzlichen Vorschriften am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen. Die Sie betreffende Fragestellung des Gutachtens legt die Fahrerlaubnisbehörde fest. Die Fragestellung ergibt sich aus den Sachverhalten, die zu den Zweifeln an Ihrer Fahreignung geführt haben. Die Fahrerlaubnisbehörde kann auch mehrere Fragestellungen festlegen.

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Was kostet eine MPU?

Das Entgelt für die MPU ist für alle Begutachtungsstellen verbindlich geregelt und ist von der Fragestellung, die durch das erstellte Gutachten beantworten werden soll, abhängig. Die Kosten liegen aktuell zwischen ca. 370 und 780 EUR. Wenn in dem Gutachten mehrere Fragestellungen beantwortet werden sollen, werden die einzelnen Gebühren in einem bestimmten Verhältnis zueinander aufsummiert. Sobald die Behörde Ihnen den Anlass der Begutachtung bzw. die entsprechende Fragestellung mitgeteilt hat, können Sie uns gerne kontaktieren und die konkreten Kosten in Ihrem Fall erfragen.

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Wo kann ich die MPU machen?

Sie können selbst entscheiden, bei welcher amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung Sie das Gutachten erstellen lassen. Die Begutachtungsstelle Ihrer Wahl nennen sie dann einfach der Fahrerlaubnisbehörde. Der TÜV Hessen hat amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung in Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Klicken Sie hier für eine Übersicht unserer Begutachtungsstellen.

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Wie bekomme ich einen Termin für eine MPU?

Bevor eine MPU stattfinden kann, muss von Ihnen bei der für Sie zuständigen Fahrerlaubnisbehörde ein Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden. Dann wird Ihnen von der Behörde mitgeteilt, ob und wenn ja, warum eine MPU erforderlich ist. Wenn Sie zur MPU müssen, werden Sie gebeten, der Behörde eine Begutachtungsstelle Ihrer Wahl mitzuteilen. Die Behörde schickt dann Ihre Fahrerlaubnisakte an die ausgewählte Begutachtungsstelle. Sobald Ihre Akte beispielweise bei einer Begutachtungsstelle des TÜV Hessen eingegangen ist, nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf, um einen Untersuchungstermin zu vereinbaren.

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Wann kriege ich den Führerschein zurück?

Wenn Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen wurde, können Sie 3 Monate vor Ende Ihrer Sperrfrist den Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis bei der für Sie zuständigen Fahrerlaubnisbehörde stellen. Die Entscheidung, ob Sie den Führerschein wiederbekommen, trifft allein die Fahrerlaubnisbehörde. Wenn die Behörde ein MPU-Gutachten von Ihnen fordert, wird sie Ihnen die Fahrerlaubnis erst nach Vorlage eines positiven Gutachtens erteilen.

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Wie läuft die MPU ab?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird von einem erfahrenen Verkehrsmediziner und einem erfahrenen Verkehrspsychologen durchgeführt. Die Untersuchung besteht aus 3 Abschnitten: Zu Beginn beantworten Sie einige Fragebogen zu Ihrer Vorgeschichte sowie Ihrer Gesundheit und absolvieren dann verschiedene Leistungstests, in denen Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sowie Ihre Wahrnehmung beurteilt werden. Der Umfang der Leistungstestung ist unter anderem auch davon abhängig, welche Fahrerlaubnisklasse Sie beantragt haben. Im medizinischen Teil der MPU erfolgt neben einem ärztlichen Untersuchungsgespräch eine allgemeine körperliche Untersuchung, bei der die körperlichen Voraussetzungen für die Verkehrsteilnahme überprüft werden. Bei einer Begutachtung wegen Drogenauffälligkeit erfolgt unabhängig von einem vorhandenen Abstinenzbeleg immer eine Urinkontrolle, bei einer Begutachtung wegen Alkoholauffälligkeit immer eine Blutentnahme. Im psychologischen Gespräch haben Sie Gelegenheit, die Sachverhalte zu schildern, die Ursache und Anlass für Ihren Führerscheinverlust und somit auch für die MPU geworden sind. Wichtig ist, dass Sie zum Zeitpunkt der MPU die Gründe Ihres problematischen Verhaltens, das auch zum Führerscheinverlust geführt hat, erkannt haben und das Sie darlegen können, dass Sie ihr Verhalten nachhaltig geändert haben.

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Muss man vor der MPU eine Vorbereitung machen?

Die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde können nur ausgeräumt werden, wenn Sie die Hintergründe Ihres problematischen Verhaltens erkannt haben und es zu einer positiven, stabilen Verhaltensänderung gekommen ist. Häufig ist eine qualifizierte Beratung im Hinblick auf die MPU hilfreich, um die Fragen nach den Ursachen und den notwendigen Änderungen des eigenen Verhaltens zu klären und um eventuell auch weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten. MPU-Beratungen werden von Verkehrspsychologen oder verkehrspsychologischen Institutionen angeboten, die unabhängig von den Begutachtungsstellen für Fahreignung sind. Die Begutachtungsstellen selbst dürfen keine Beratung oder Vorbereitungsmaßnahmen durchführen.

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Wie finde ich eine seriöse Vorbereitung oder Beratung?

Eine seriöse Vorbereitung oder Beratung erkennen Sie beispielsweise an der Qualifikation der Berater. In der Regel handelt es sich hierbei um einen Psychologen mit Diplom- oder Masterabschluss, der zusätzlich eine verkehrspsychologische Ausbildung absolviert hat. Des Weiteren sollten Sie zu Beginn der Maßnahme über die entsprechenden Leistungen und die damit verbundenen Kosten offen und verständlich aufgeklärt werden und einen entsprechenden Vertrag abschließen, in dem alle Bedingungen geregelt sind. Die für eine seriöse Vorbereitung entstehenden Kosten sind je nach Einzelfall sehr unterschiedlich und hängen insbesondere von der Anzahl der benötigten Sitzungen ab. Auch Berater oder Therapeuten von Suchtberatungsstellen mit Erfahrung im Bereich der Fahreignungsdiagnostik können Ihnen weiterhelfen. Wichtig: Nehmen Sie bitte Abstand von „Vorbereitern“, die Ihnen Geschichten zurechtlegen, die den Gutachter angeblich überzeugen sollen und auch von solchen, die mit „MPU-Garantien“ oder „Geld-zurück“-Angeboten werben. Niemand kann Ihnen eine Garantie zum Bestehen der MPU geben – Sie selbst müssen sich gründlich und ehrlich mit den vergangenen Ereignissen auseinandersetzen und Ihr Verhalten ändern, damit Ihnen in Zukunft weitere Probleme, wie der Entzug des Führerscheinentzugs, erspart bleiben.

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Muss ich für den Psychologen etwas auswendig lernen? Muss ich die Wahrheit sagen?

Wenn Sie die vorhergehende Frage gelesen haben, dürfte Ihnen die Antwort auf diese Frage bereits klar sein: Wenn Sie sich gründlich und ehrlich mit den vergangenen Ereignissen auseinandergesetzt und Ihr Verhalten nachhaltig geändert haben, sollte es Ihnen leichtfallen, Ihre Erfahrungen nachvollziehbar und glaubhaft zu schildern. Dementsprechend ist es nicht sinnvoll, bestimmte Antworten auswendig zu lernen. Der Gutachter prüft und beurteilt genau, ob Sie Ihre individuellen Fehler und die persönliche Entwicklung zu dem Fehlverhalten erkannt und Ihr Verhalten ausreichend und stabil verändert haben. Um die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde an Ihrer Fahreignung ausräumen zu können, ist ein offenes und ehrliches Begutachtungsgespräch eine wichtige Voraussetzung.

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Wird der Psychologe mich in eine Falle locken oder psychologische Tricks anwenden?

Der psychologische Gutachter will mit Ihnen im Untersuchungsgespräch den aktuellen Stand Ihrer Verhaltensänderung objektiv beurteilen. Er wird Ihnen keine „Fallen“ stellen oder „Tricks“ anwenden. Er will Ihnen sicher nichts Böses und Sie müssen für ihn auch keine Kugeln stapeln oder einen Kopfstand machen – auch wenn Ihnen Ihr Bekannter das erzählt hat.

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Wird das Gutachten automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde geschickt?

Wir schicken das Gutachten nur dann an die Fahrerlaubnisbehörde, wenn Sie uns diesbezüglich durch Ihre Unterschrift beauftragen und von der Schweigepflicht entbinden. Ansonsten erhalten nur Sie persönlich das Gutachten und können es dann selbst bei der Behörde vorlegen.

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Muss ich das Gutachten bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen?

Sie sind nicht verpflichtet, das MPU-Gutachten bei der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen. Legen Sie kein Gutachten vor, wird die Fahrerlaubnisbehörde Ihren Führerscheinantrag höchstwahrscheinlich ablehnen.

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Muss ich bei der MPU eine Alkoholabstinenz nachweisen?

Die Notwendigkeit und Nachweisdauer einer Alkoholabstinenz ist von Ihrer individuellen Vorgeschichte abhängig und sollte dementsprechend von Ihnen – bei Bedarf mit fachlicher Unterstützung – im Vorfeld der MPU geklärt werden. Eine Verkehrszuwiderhandlung unter Alkoholeinfluss bedeutet nicht zwangsläufig, dass man gänzlich auf Alkohol verzichten muss. Wenn jedoch eine Alkoholabhängigkeit vorliegt oder wenn die Fähigkeit zum dauerhaft kontrollierten Umgang mit Alkohol nicht gegeben ist, ist ein gänzlicher Alkoholverzicht zu fordern, der dann bei der MPU auch durch geeignete Untersuchungen belegt werden muss. Geeignete Abstinenzkontrollprogramme können Sie bei TÜV Hessen absolvieren, bitte klicken Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen Haaranalysen und Urinkontrollen?

Bei einem Abstinenznachweis durch Urinkontrollen erfolgen über den vereinbarten Vertragszeitraum mehrere, kurzfristig angekündigte Urinkontrollen. Sie werden unangekündigt von uns kontaktiert und müssen dann innerhalb der nächsten 24 Stunden die Urinprobe abgeben. Bei einem Abstinenznachweis durch eine Haaranalyse können Sie einen bereits eingeleiteten Alkohol- oder Drogenverzicht auch rückwirkend belegen – vorausgesetzt Ihre Haare sind lang genug. Dabei kann ein Alkoholverzicht rückwirkend maximal über einen Zeitraum von 3 Monaten (Haarlänge mindestens 3 cm) und ein Drogenverzicht rückwirkend maximal über einen Zeitraum von 6 Monaten (Haarlänge mindestens 6 cm) belegt werden. Für den Beleg einer Abstinenz über einen Zeitraum von einem Jahr sind bei Alkohol also 4 Haaranalysen erforderlich, bei Drogen werden 2 Haaranalysen benötigt. Auch die Kombination von Haaranalysen und Urinkontrollen ist möglich.

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Kann ich während meines Abstinenznachweises in den Urlaub fahren?

Natürlich können Sie während der Vertragslaufzeit Ihres Abstinenznachweises in den Urlaub fahren. Sie müssen uns darüber aber rechtzeitig informieren, damit wir dies entsprechend berücksichtigen können. Ihre Meldung (Telefonisch oder per E-Mail) muss spätestens 3 Tage vor Beginn des Urlaubes bei uns eintreffen.

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Was ist, wenn ich arbeitsbedingt unterwegs bin, beispielweise auf Montage tätig sein muss?

Auch hier müssen Sie uns einfach rechtzeitig spätestens 3 Tage vor Beginn Ihrer Abwesenheit informieren.

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Was ist, wenn ich krank bin und nicht zur Kontrolle kommen kann?

Wenn eine Erkrankung oder gesundheitliche Einschränkung für Sie absehbar ist (beispielweise durch eine geplante Operation), gilt das Gleiche wie für Ihren Urlaub oder arbeitsbedingte Abwesenheit – informieren Sie uns in diesem Fall einfach rechtzeitig spätestens 3 Tage vor Beginn Ihrer Abwesenheit. Bei einer kurzfristigen Erkrankung muss der behandelnde Arzt ein Attest ausstellen. Hierin müssen der Zeitraum der Erkrankung und die Reiseunfähigkeit enthalten sein.

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Wie oft kann ich in den Urlaub fahren oder beruflich bedingt unterwegs oder krank sein?

Wir können nur eine bestimmte Anzahl an „Fehltagen“ im Rahmen eines vereinbarten Abstinenzkontrollprogramms akzeptieren. Diese ist abhängig von der vereinbarten Laufzeit ihres Kontrollprogramms. Kontaktieren Sie bitte einfach die für Sie zuständige Begutachtungsstelle, unsere Mitarbeiter geben Ihnen dann gerne Auskunft und versuchen bei Problemen eine Lösung zu finden.

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Kann ich die Kontrollen auch bei meinem Arzt machen lassen?

Nein. In Anlage 4a der Fahrerlaubnis-Verordnung ist ausdrücklich geregelt, dass der durchführende Arzt bzw. die durchführende Stelle nicht zugleich der den Betroffenen behandelnde Arzt sein darf.

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Wieviel wird mich das Abstinenzkontrollprogramm kosten?

Die Höhe der Kosten hängt vom Umfang und der Dauer des Kontrollprogramms ab. Sobald Sie wissen, welche Art der Abstinenz über welchen Zeitraum in Ihrem individuellen Fall belegt werden sollte, rufen Sie uns gerne an und wir geben Ihnen eine entsprechende Auskunft.

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Werden externe Abstinenzbelege in der MPU anerkannt?

Ja, vorausgesetzt sie entsprechen den für alle Begutachtungsstellen für Fahreignung verbindlichen CTU-Kriterien. Bitte klären Sie unbedingt im Vorfeld ab, ob die Befunde des von Ihnen ausgewählten Anbieters diesen Kriterien entsprechen und in einer MPU verwendet werden können. Mit den Abstinenzkontrollprogrammen des TÜV Hessen sind Sie diesbezüglich natürlich auf der sicheren Seite! Bitte klicken Sie hier für weitere Informationen.

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Kann ich eine Alkoholabstinenz auch mit Leberwerten nachweisen?

Durch die alleinige Vorlage unauffälliger Leberwerte kann eine Alkoholabstinenz nicht ausreichend belegt werden, da auffällige Leberwerte selbst bei regelmäßig erhöhtem Alkoholkonsum nicht immer zu finden sind. Des Weiteren werden die Leberwerte auch durch zahlreiche andere Faktoren beeinflusst.

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Wer legt die Anforderungen für ein positives Gutachten fest?

Alle amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung, ganz egal von welchem Anbieter, legen bei ihren Gutachten die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (die vom Bundesministerium für Verkehr herausgegeben werden) und die Beurteilungskriterien (3. Auflage; herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP)), zugrunde.

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Welche externen Befunde werden anerkannt?

Wir sichten alle Unterlagen und Befunde, die Sie am Tag der MPU vorlegen. Grundsätzlich sollten alle externen Befunde (wie z. B. Laborwerte, Therapieberichte, Kursbescheinigungen etc.) von demjenigen, der den Befund erhoben hat (also beispielsweise der behandelnde Arzt, Therapeut oder auch von einem Kursleiter) unterschrieben und mit Datum und Stempel versehen sein.

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Kann ich die Kontrollen auch bei meinem Arzt machen lassen?

Nein. In Anlage 4a der Fahrerlaubnis-Verordnung ist ausdrücklich geregelt, dass der durchführende Arzt bzw. die durchführende Stelle nicht zugleich der den Betroffenen behandelnde Arzt sein darf.

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