TÜV Hessen stellt als Dienstleistungsunternehmen keine Produkte her. Die Lieferketten sind somit sehr kurz und dienen in der Regel nur dem Eigenbedarf. Aus diesem Grund spielt das Thema Ökologie für TÜV Hessen eine untergeordnete, aber dennoch wichtige Rolle. Denn TÜV Hessen hat das Ziel, seinen Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu leisten. Die beiden wesentlichen Faktoren sind die bestehende Infrastruktur von TÜV Hessen mit seinen firmeneigenen und angemieteten Gebäuden sowie die Dienstreisen der Mitarbeiter. Während für erstere die Themen Energieverbrauch, Abfall und Wasser wesentliche Faktoren sind, gilt für zweitere vor allen Dingen das Thema CO2-Ausstoß.

Neben den einzelnen Bereichen und dem für die Gebäude verantwortlichen Bereich Facility Management findet die innerbetriebliche Kommunikation zum Thema Ökologie überwiegend im Umweltausschuss statt. Dieses Gremium sammelt Ideen, analysiert diese und sorgt für eine Umsetzung einfacher Aufgaben. Komplexere Projekte werden für die Geschäftsleitung vorbereitet und zur Entscheidung vorgelegt.

Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen findet unter anderem in Netzwerken statt. TÜV Hessen ist Mitglied der „Allianz für Entwicklung und Klima“ und der „CO2-neutralen Landesverwaltung Hessen“.

Strom

2018 gab es bei TÜV Hessen einige Veränderungen im Energiebereich. Für die in 2017 neu bezogene Zentrale in der Robert-Bosch-Straße in Darmstadt liegen nun erstmals Daten über ein komplettes Jahr vor. Weiterhin wurden alle Stromversorgungsverträge auf Öko-Strom umgestellt, so dass TÜV Hessen seit 2019 komplett CO2-neutral ist - zumindest was Elektrizität angeht.
Aufgrund unterschiedlicher Abrechnungszeiträume der Energieversorger, , ist eine Betrachtung der Daten von 2019 sowohl für Strom als auch Wärme noch nicht möglich. Da die Abrechnungen von 2019 bis weit ins Jahr 2020 hineinreichen liegen uns die Daten noch nicht vollständig vor.

Entgegen der Erwartungen stiegen die Stromverbräuche trotz Energiesparmaßnahmen vom Jahr 2017 auf das Jahr 2018 leicht an. Unter Berücksichtigung der noch nicht vorliegenden Daten aus dem Jahr 2019 werden wir diese Zahlen genau analysieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den Strombedarf wieder zu senken.

Umstellung auf LED-Beleuchtung

Zur Senkung des Stromverbrauchs wurde in 15 TÜV Service-Centern (TSC) die Beleuchtung auf LED umgestellt. Ausgewählt wurden dafür größere TSCs, bei denen der Kosten-Nutzen-Aufwand auch unter Berücksichtigung des Ressourceneinsatzes positiv war. Eine erste Auswertung der Daten von 2018 und 2019 zeigte, dass in allen TSCs der Stromverbrauch zurückging und die Investitionskosten sich entsprechend amortisieren werden.

Wärme

Der Wärmeverbrauch bei TÜV Hessen war zwischen 2018 und 2017 konstant. Daten für 2019 liegen ebenso wie beim Strom aufgrund von kalenderjahrüberschreitenden Verträgen noch nicht vor. Hauptenergieträger in 2018 war Erdgas mit fast 69% Energieanteil, gefolgt von Öl (16%), Fernwärme (11%) und Propangas (4%).

Ziel von TÜV Hessen ist es, im Berichtsjahr 2020/21 die Erdgasverträge auf Biogas umzustellen und so auch bei der Wärmeerzeugung den CO2-Fußabdruck zu verringern.

Emissionen

Dienstfahrten

Etwas unbefriedigend war dagegen die Ermittlung der direkt erzeugten CO2-Emissionen bei Dienstfahrten. Egal ob Heizöltankprüfer auf dem Weg zu Privatkunden, Auditoren für eine ISO-Zertifizierung in Unternehmen oder Sachverständige für Anlagenabnahme: eins haben alle gemeinsam. Unsere Mitarbeiter fahren für ihre Arbeit meist direkt zu unseren Kunden. Dabei ist das am häufigsten verwendete Verkehrsmittel das Auto. Bahn und Flugzeug werden gelegentlich ebenfalls als Transportmittel verwendet.

Bei der Erfassung der Daten haben wir für die vergangenen beiden Jahre festgestellt, dass die Zahlen teilweise unvollständig sind. Grund sind die unterschiedlichen Voraussetzungen bei der Wahl des Fahrzeugs. Einige unserer Mitarbeiter haben aufgrund ihrer großen Reisetätigkeiten Dienstwagen oder greifen auf den kleinen TÜV-eigenen Fahrzeugpool zurück. Die Fahrten dieser Dienst-Pkw werden anders erfasst als die Fahrzeuge jener Mitarbeiter, die ihre Privat-Pkw nutzen. In beiden Fällen haben wir letztlich festgestellt, dass wir unterschiedliche Annahmen beim CO2-Ausstoß der Fahrzeuge treffen müssen. Allerdings ist der CO2-Ausstoß der Dienst-Pkw deutlich höher als der der Privat-Pkw (180 zu 140 g/km). Weil beide Arten von "Fahrzeugtypen" unterschiedlich erfasst werden, können wir nicht abschätzen, ob die Zahlen vergleichbar sind.

Bahn und Flugreisen haben wir 2016 und 2017 nicht erfasst. Für den Betrachtungszeitraum stellt sich bei den Flügen ein weiteres Problem. Während alle Auslandsflüge über ein Portal gebucht und abgerechnet werden und so die Flugkilometer nachvollziehbar sind, werden Inlandsflüge von den einzelnen Bereichen gebucht. Hier ist eine Erfassung der Flugkilometer und damit auch des CO2-Ausstoßes nicht möglich. Zwar gehört es zu den Richtlinien von TÜV Hessen im Inland bevorzugt mit der Bahn zu reisen, doch die Praxis innerhalb des Unternehmens lässt dies nur bedingt zu.

Doch auch Bahnreisen werden nicht einheitlich abgerechnet. Da eine Vielzahl von Mitarbeitern über Bahncards verfügt, werden die Tickets für Bahnreisen häufig direkt gebucht und später abgerechnet. Weil Bahnreisen aber als "beinahe CO2-neutrale Reisen" gewertet werden können, sind diese Zahlen tendenziell zu vernachlässigen.

Eine zusätzliche Schwierigkeit ist die Erfassung von Mietfahrzeugen am Reiseziel. Unsere Sachverständigen und Auditoren werden im Ausland häufig in abgelegenen Gebieten eingesetzt, so dass ein Miet-Pkw unabdingbar ist. Hier werden jedoch von den Mietwagenfirmen selten die Kilometer und noch seltener die CO2-Emissionen angegeben. Dennoch haben wir hier die uns vorliegenden Daten abgebildet. Eine detailliertere Darstellung der Emissionen ist eine zentrale Aufgabe der kommenden CSR-Berichte.

Ressourcen

Papierverbrauch

Der sparsame Umgang mit Papier sowie das Vermeiden und Verwerten von Abfällen sind wesentliche Hebel des Ressourcenmanagements. Eine Erfassung des kompletten Papierverbrauchs für das gesamte Unternehmen ist derzeit leider nicht möglich. Im Papierverbrauch werden somit alle Kopier-, Rechnungs- und Briefpapiere von TÜV Hessen für die drei großen Standorte (Darmstadt, Frankfurt und Kassel) sowie der meisten Niederlassungen erfasst. Neben kleineren Positionen wie Kopierpapier an den TSCs sowie Briefumschläge werden auch die Druckerzeugnisse von TÜV Hessen nicht aufgeführt.

Bei Frischfaserpapieren für Kopierer oder Drucker wird überwiegend Material aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) verwendet.

Zielvorgabe für 2019 war es, den Papierverbrauch gegenüber 2016 um 15% zu senken. Dieses Ziel wurde mit fast 20% deutlich übertroffen.

Wasser und Abwasser

Wasserverbrauch wird bei TÜV Hessen noch nicht zentral erfasst. Das Wasser wird von kommunalen Wasserversorgern bezogen und bei ihnen entsorgt. Beim Abwasser handelt es sich um gebrauchtes Trinkwasser aus sanitären Anlagen und Küchen. Das Wasser wird entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in die kommunale Kanalisation eingeleitet.

Abfall

Die Mitarbeiter von TÜV Hessen werden dazu angehalten, Abfälle konsequent zu trennen. An allen Standorten wurden dazu Behälter für Papier, Plastik und Restmüll aufgestellt. Wertstoffe werden so weit wie möglich dem Recycling zugeführt. Zurzeit gibt es allerdings keine Übersicht über die Abfallmengen bei TÜV Hessen.

Einzige Ausnahme sind die Gefahrstoffe, die vom Werkstoffprüflabor in Kalbach, vom Technologie- und Umweltzentrum in Pfungstadt und vom Facility Management gesondert erfasst und den gesetzlichen Vorschriften entsprechend gelagert und entsorgt werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Lösungen auf Wasserbasis, Fixierbäder, Batterien, Leuchtmittel und gebrauchte elektrische und elektronische Geräte.

Für die Berichtsjahre 2018 und 2019 sind die Mengen stark angestiegen. Das liegt vor allem an vielen gebrauchten elektrischen und elektronischen Geräten, die aussortiert wurden. Ursache ist der Umzug in die neue Konzernzentrale 2018, der für eine Modernisierung der Technik genutzt wurde. 2019 stand außerdem im Zeichen der Wechsel von Laser-auf Tintenstrahldrucker. Dieser Wechsel ist mittlerweile komplett abgeschlossen.