Mehr Wartung – niedrigere Quoten

02.11.2016

Berlin/Darmstadt. Regelmäßige Wartung in der Werkstatt trägt wesentlich dazu bei, dass Autos hierzulande immer besser in Schuss sind. Solche Fahrzeuge, darunter ein stetig wachsender Anteil Leasingfahrzeuge und Jahreswagen, fallen bei der Hauptuntersuchung seltener durch. Dementsprechend verringern sich die Mängelquoten beim TÜV Report 2017, der am 2. November in Berlin vorgestellt wird. Die Quote der erheblichen Mängel sinkt um 2,9 Prozentpunkte auf 19,7 Prozent. Gewinner beim TÜV Report 2017: Mercedes GLK und Porsche 911.

„Das stetig wachsende Plus bei der Sicherheit unterstreicht den hohen Stellenwert der Hauptuntersuchung (HU) für die Verkehrssicherheit insgesamt“, sagt Uwe Herrmann, Leiter der Technischen Prüfstelle in Hessen: „Die Vorreparaturen und Inspektionen der Kfz-Werkstätten tragen wesentlich mit zu diesem Erfolg bei.“ Die regelmäßige Wartung schlägt sich positiv in der Mängelstatistik nieder. Uwe Herrmann: „Die Autos werden zunehmend sicherer – darüber freuen wir uns. Hier wirkt die neutrale Hauptuntersuchung. Die deutlich verbesserten Quoten sind da ein klares Signal.“

Neuwagen besser gewartet

Eckdaten des TÜV Reports 2017: Auswertung der Hauptuntersuchungsergebnisse von beinahe neun Millionen Fahrzeugen im zweiten Halbjahr 2015 und ersten Halbjahr 2016. TÜV Hessen trägt alleine mit rund 600000 Hauptuntersuchungen und im Verbund mit TÜV SÜD rund 5,5 Millionen Datensätze bei. Im Vergleich zum TÜV Report 2016 sinkt die Quote der erheblichen Mängel um 2,9 Prozentpunkte auf 19,7 Prozent. Die Zahl der geringen Mängel bleibt mit 13,5 Prozent (13,6 Prozent in 2016) beinahe gleich. Die Anzahl der durchgeführten Hauptuntersuchungen wuchs um 1,8% gegenüber dem Vorjahresreports. Gleichzeitig verlassen immer mehr Fahrzeuge die Prüfgassen ganz ohne Mängel: 66,7 Prozent im Vergleich zu 63,7 Prozent. Die Quote der Fahrzeuge, die als verkehrsunsicher aus dem Verkehr gezogen werden müssen, ist seit Jahren gleich: 0,1 Prozent. Herrmann zum Gesamtergebnis: „Gerade die Zwei- bis Dreijährigen haben sich ordentlich verbessert – hier zeigt sich die regelmäßige Wartung, beispielsweise von Leasingfahrzeugen. Trotzdem: 20 Prozent der Fahrzeuge kommen immer noch mit erheblichen Mängeln zur HU, und das obwohl der Prüfungstermin bekannt ist “

Verbesserungen in allen Mängelgruppen

Von den Quoten zu den Komponenten: Beleuchtung führt weiterhin die Mängellisten an. Die Quote ist jedoch leicht gesunken, bei der Beleuchtung vorn um 2,9 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent. Die größte Erleuchtung gibt es hier bei den fünf bis sechs Jahre alten Fahrzeugen – um einen knappen Prozentpunkt auf 3,4 Prozent. Auch bei den Neufahrzeugen sinkt die Quote auf jetzt 1,6 Prozent
(1,8 Prozent in 2016). Hier zeigt sich vor allem die rasante Entwicklung der Scheinwerfertechnologie. LED, Xenon und in der Oberklasse Laser haben eine wesentlich längere Lebensdauer und sind weniger anfällig für Spannungsschwankungen. Ansonsten sorgen Verbesserungen über beinahe alle Mängelgruppen hinweg für das bessere Gesamtergebnis.

Premiumhersteller gewinnen

Schwäbisches Plätze rücken bei den Neufahrzeugen: Die goldene Plakette geht in diesem Jahr an den Mercedes GLK und den Porsche 911 – beide mit 2,1 Prozent Quote der erheblichen Mängel bei allerdings sehr unterschiedlichen Laufleistungen: 52.000 Kilometer bringt der Gelände-, 29.000 Kilometer der Sportwagen auf die Uhr. Der GLK war im Vorjahr noch auf dem zweiten Platz. Vorjahressieger Mercedes B-Klasse landet auf Platz zwei. Mit der A-Klasse kommt auch der Drittplatzierte aus dem Südwesten.

Klassensieger:
Bei den Kleinwagen ist der Mazda 2 (2,5 Prozent) der Größte. In der Kompaktklasse liefert die A-Klasse die besten Werte (2,3 Prozent). In der Mittelklasse leuchtet der Stern der Mercedes C-Klasse wie 2016 am hellsten (2,9 Prozent), die Mercedes B-Klasse ist auch wieder Klassenbester bei den Vans und Goldene-Plaketten-Gewinner Mercedes GLK bekommt auch in der Klasse „SUV“ den Zuschlag.

Mit den meisten Mängeln am unteren Ende der Tabelle der Zwei- und Dreijährigen landen der Chevrolet Captiva mit 11 Prozent, der Kia Sorrento mit 11,2 Prozent und der Kia Sportage mit 11,5 Prozent. Trotz der meisten Mängel: Im Vergleich zum TÜV Report 2016 fallen selbst die Neuwagen am Tabellenende mit ordentlichen Verbesserungen auf. Beispiel letzter Platz 2016 – der ging an den Chevrolet Spark mit 14,6 Prozent also satte drei Prozentpunkte mehr als 2017.

Sachsen weiter mit niedrigster Mängelquote im Vergleich der TÜV Hessen und TÜV SÜD-Regionen

TÜV Hessen wertet im Verbund mit TÜV Süd zusätzlich die Daten aus den Marktgebieten Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Hamburg aus. Ergebnis über alle Altersklassen hinweg: Sachsen hat mit 16 Prozent die niedrigste Mängelquote, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit 20,7 beziehungsweise 18,9 Prozent. Hessen liegt mit 19,3% im Durchschnitt. In Hamburg fiel die Quote am höchsten aus: Im TÜV HANSE-Stammland mussten 22,9 Prozent aller Fahrzeuge wegen erheblicher Mängel die Werkstattrunde drehen.

Der TÜV Report wird jedes Jahr vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Ratgeber für Autofahrer und insbesondere Gebrauchtwagenkäufer. In den TÜV Report fließen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TÜV-Gesellschaften in Deutschland ein – 2017 insgesamt 8,9 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2015 und Juni 2016. TÜV SÜD hat als größter HU-Anbieter rund 5,5 Millionen Resultate aus seinem Marktgebiet Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Hamburg beigesteuert.

Alle Informationen zum TÜV Report 2017 unter http://www.tuev-sued.de/tuev-report-2017 und www.vdtuev.de

Bildtext: Der TÜV Report 2017 ist ab Freitag, 4. November, zum Preis von 4,50 Euro in allen TÜV SÜD Service-Centern und im Handel erhältlich.



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Dipl.-Ing. Wolfgang Krüger
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
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