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Aktion "Rasen schadet Ihrer Gesundheit!"

Mit Herz und Vernunft gesund und sicher ankommen

Das Motiv der Kampagne "Rasen schadet Ihrer Gesundheit!

Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor der häufigste Grund für tödliche Unfälle auf deutschen Straßen. Die Initiative „Sicher Unterwegs in Hessen“ appelliert deshalb in ihrer 50. Kampagne an die Vernunft der Fahrerinnen und Fahrer und mahnt, im eigenen Interesse auf angepasste Geschwindigkeit zu achten.

Über ein Drittel aller Verkehrstoten im Jahr 2015 ist auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Auf den Autobahnen ist es sogar fast die Hälfte. Die Themen "Unangepasste Geschwindigkeit" und "Rasen" bzw. aggressives Fahrverhalten müssen immer wieder in Erinnerung gebracht werden, daher stehen sie auch bei der Jubiläumskampagne „Rasen schadet Ihrer Gesundheit“ im Fokus.

Hochschulfilme zur Kampagne

Studierende unterschiedlicher Semester des Studiengangs Kommunikationsdesign der Hochschule RheinMain haben sich mit dem Slogan „Rasen schadet Ihrer Gesundheit“ auseinandergesetzt und ihre Ideen für eine filmische Umsetzung eingereicht. Verantwortungsbewusst und empathisch näherten sich die Studierenden dem Thema.


Vom „Bleifuß“ bis zum „Rasenden Herz“: 17, teils außerordentlich bemerkenswerte Ideen wurden zur Entscheidung vorgestellt. Eine Jury, zusammengesetzt aus den Aktionspartnern und den betreuenden Hochschullehrern, wählte vier der Vorschläge aus, die mit finanzieller Förderung von „Sicher unterwegs in Hessen“ realisiert wurden. Die Projektgruppen produzierten die Kurzfilme im September 2016 als Real-Filme oder Animationen.

Erstmals gezeigt wurden die vier Filme bei der Jubiläumsfeier von „Sicher unterwegs in Hessen“ am 27. Oktober 2016 im Beisein von Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Hier und auf Facebook werden die Filme nach und nach vorgestellt.

Rasen und aggressives Fahren führen zu Unfällen

Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zum Verkehrsklima in Deutschland zeigen: Je jünger die Fahrer und je höher die Fahrleistung, umso aggressiver wird gefahren. Bildungsstand und Einkommen sind dabei nicht entscheidend. Die Akzeptanz für Tempolimits hat weiter nachgelassen. Fast die Hälfte der befragten Pkw-Fahrer gab an, bei Ärger viel schneller zu fahren. Rund ein Fünftel der Befragten fühlt sich „richtig gut dabei“, auf Landstraßen schnell zu fahren und möglichst viele Autos zu überholen.

Alle befragten Pkw-Fahrer haben schon aggressives Verhalten im Straßenverkehr beobachtet. Über die Hälfte nehmen Aggressionen oft oder sehr oft wahr. Innerhalb von Ortschaften kommt der UDV zu der Erkenntnis: Überhöhte sowie nicht angepasste Geschwindigkeiten erhöhen das Unfallrisiko enorm.

Wie schnell ist zu schnell?

In § 3 StVO heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.“ In der StVO ist auch exemplarisch beschrieben, wie man sich verhalten soll, beispielsweise darf man bei Sichtweiten von weniger als 50 m (bei Behinderungen durch Nebel, Schneefall oder Regen) max. 50 km/h schnell fahren.

Darüber hinaus ist beschrieben, dass man nur so schnell fahren darf, um innerhalb der übersehbaren Strecke anhalten zu können. Auf schmalen Fahrbahnen dürfen entgegenkommende Fahrzeuge nicht gefährdet werden. Dort muss ein Anhalten mindestens „innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke“ möglich sein.

„Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist“, heißt es weiter.

Anregungen zum Nachdenken:

  • Wer rast, kommt nicht schneller, sondern manchmal gar nicht ans Ziel, denn die nicht angepasste Geschwindigkeit kann tödlich oder mit lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen enden.
  • Dauerhafter Stress beim Fahren kann zu körperlichen und psychischen Problemen führen (z. B. Herz- und Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Denkblockaden).
  • Wer zu schnell unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere und nimmt leichtfertig großes Leid in Kauf.
  • Wer mit angepasstem Tempo fährt, trägt gleich mehrfach zur Sicherheit im Straßenverkehr bei: Eigene Fehler können besser korrigiert werden, und die Fehler anderer lassen sich durch richtiges Reagieren besser kompensieren.
  • Wer immer viel zu schnell fährt, zu wenig Abstand hält und sich mit der Lichthupe den Weg bahnt, kommt unterm Strich meistens doch nicht wirklich schneller voran.
  • Warum setze ich mich unter Stress und fahre nicht früher los, um pünktlich zur Arbeit, noch rechtzeitig in den Supermarkt oder ins Kino zu kommen?
  • Je schneller ich fahre, desto länger wird mein Bremsweg - sogar überproportional! Meine Geschwindigkeit entscheidet in der Realität unter Umständen über Tod oder Leben eines Kindes, das mir vors Auto läuft.
  • Bei schwierigen Bedingungen wie Nebel, Regen, Glätte, Schnee, verschmutzten Fahrbahnen, Blendung durch Gegenlicht, Wildwechsel u. ä. ist das grundsätzlich auf Landstraßen erlaubte „Tempo 100“ meist viel zu schnell. Gerade auf Landstraßen führen Bäume, Kurven und Kuppen dazu, dass der Gegenverkehr und Hindernisse häufig erst spät zu erkennen sind.

Fünf Partner – 50 Info-Kampagnen seit 1993

Seit 24 Jahren arbeiten das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, der ADAC Hessen-Thüringen, der Hessische Rundfunk mit der Welle hr3, die Landesverkehrswacht Hessen und der TÜV Hessen in der Initiative „Sicher unterwegs in Hessen“ eng zusammen. Gemeinsam entwickeln die fünf Partner immer wieder neue
Plakataktionen zu Themen, die für die Sicherheit im Straßenverkehr eine große Rolle spielen.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bezeichnete die Öffentlichkeitskampagnen des Bündnisses als ganz wichtiges Instrument der Verkehrssicherheitsarbeit in Hessen: „Wir haben ein ehrgeiziges Ziel: Die Zahl der Unfalltoten auf Hessens Straßen soll bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 sinken. Dabei kommt es auch darauf an, den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern das Thema Sicherheit immer wieder nahe zu bringen.“

Weitere Informationen zur aktuellen Aktion erhalten Sie unter:
www.sicherunterwegsinhessen.de*

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung ADAC Deutsche Verkehrswacht - Hessen hr3 TÜV Hessen

*Hinweis: Die TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte und Aussagen auf den angegebenen Seiten. Bei Beanstandungen wenden Sie sich bitte an den Urheber der jeweiligen Seite. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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