Prüfung der Emissionen im realen Fahrbetrieb

Die Qualität der Atemluft in Innenstädten ist ein globales Problem – nicht nur in den Megacities der Welt, sondern auch in Deutschland. Aus diesem Grund werden Emissionen von Fahrzeugen wie Stickoxide und ultrafeine Partikel von der Gesetzgebung der Europäischen Kommission geregelt. Um sinnvolle Grenzwerte festlegen zu können, erfolgen die Messungen jetzt dort, wo die Emissionen real entstehen – also im tatsächlichen Fahrbetrieb.

Europa ist weltweit Vorreiter in der Entwicklung des Prozesses zur Bestimmung der Realemissionen, einschließlich der nötigen Auswertemethoden, Parameter, Grenzwerte und Messgeräte. In den maßgeblichen Expertengremien arbeiten auch die Spezialisten von TÜV Hessen mit. Zur Messung und Reglementierung der Realemissionen hat die EU-Kommission vier schrittweise greifende Gesetzespakete geschnürt. Analog dazu wurde die PEMS-Messtechnik (Portable Emission Measurement System) weiterentwickelt.

Aktuell führt TÜV Hessen komplette Messkampagnen für die RDE-Zertifizierung von Euro 6d-TEMP-Fahrzeugen nach dem dritten RDE-Verordnungspaket (Verordnung (EU) 2017/1154) durch. Diese beinhalten:

  • PEMS-Anbau
  • Korrelation der PEMS-Messergebnisse zu Messungen auf dem Rollenprüfstand
  • Konditionierfahrten und Soak
  • RDE-Messungen beginnend mit Kaltstart
  • RDE-Messungen mit betriebswarmem Motor
  • Auswertungen und Prüfungen von Parametern, die für eine gültige Fahrt Voraussetzung sind
  • Getrennte Auswertung der Emissionen für die Gesamtfahrt und den Stadtanteil
  • Bereitstellung der elektronischen Messergebnisse für die Genehmigungsbehörde
  • Erstellen eines Prüfberichts
  • Darstellung der Messergebnisse für die öffentliche, von Verbrauchern einsehbare Website

 

Realemissionen auch bei mobilen Maschinen und schweren Nutzfahrzeugen

Mit der Verordnung (EU) 2017/655 wurde auch das Verfahren für reale Emissionsmessungen bei mobilen Maschinen der Abgasstufe Euro V festgelegt. Davon betroffen sind Motoren in den Klassen NRE-v-5 und NRE-v-6 von 56 bis 560 kW Motorleistung. Diese Maschinen werden im realen Einsatz geprüft, zum Beispiel auf Baustellen oder in der Landwirtschaft. Schwere Nutzfahrzeuge unterliegen schon seit der Einführung von Euro VI der Pflicht zu realen Emissionsmessungen. TÜV Hessen bietet alle damit verbundenen Dienstleistungen an.

Haben Sie noch Fragen zur PEMS? Sprechen Sie uns an! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Rufen Sie uns an

06157 9875-0

E-Mail

Kontakt

Die Zukunft: Viertes RDE-Paket und Euro 6d

Das im Jahr 2018 erwartete vierte RDE-Paket weitet RDE-Prüfungen auf gebrauchte Fahrzeuge aus. Die Hersteller müssen dann auch die Prüfung von in Kundenhand befindlichen Fahrzeugen mit Laufleistungen von bis zu 100.000 km nachweisen. Diese zusätzlichen Prüfungen können auch von akkreditierten Laboren wie TÜV Hessen vorgenommen werden. „RDE 4“ wird für sämtliche Fahrzeuge bis zu einem Referenzgewicht von 2.610 Kilogramm verpflichtend, also auch für leichte Nutzfahrzeuge oder Reisemobile. Ausnahmen soll es nur in äußert begrenztem Rahmen geben – etwa für Rollstuhltransporter.

Die Abgasnorm Euro 6d-TEMP, die Benennung deutet es an, markiert eine Zwischenstufe. Sie regelt die Übergangszeit bis zum Start der letzten Stufe im Jahr 2020 – der Euro 6d. Die Emissionsfachleute von TÜV Hessen sind auf die Zukunft vorbereitet. Ob modifizierte konventionelle Motoren, batterieelektrische oder sonstige Antriebe – die Experten im Technologie- und Umweltzentrum werden frühzeitig wissen, was gefragt ist und auch zukünftig stets alle nötigen Messinstrumente, Prozesse und Lösungen bereithalten.


Downloads