Abgasnorm
Legt fest, bis zu welchen Grenzwerten Abgase bestimmte Schadstoffe und Partikel enthalten dürfen. Fahrzeuge werden nach Art (z. B. Pkw, Lkw, Motorrad) und Antrieb (Benzin, Diesel, Elektro) in Schadstoffklassen unterteilt, die unter anderem Basis für die Berechnung der Kfz-Steuer sind.

AU
Die früher eigenständige Abgasuntersuchung (AU) wurde 2010 in die HU integriert. Soll sicherstellen, dass die Abgaswerte eines Fahrzeugs innerhalb der Überwachungsgrenzen bleiben, die der „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch“ festschreibt.

CO2
Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid, natürlicher Bestandteil der Luft, als Treibhausgas in unnatürlich hoher Konzentration an der Klimaerwärmung beteiligt. Nach EU-Beschluss sollen bis zum Jahr 2020 zunächst 95 Prozent, ab 2021 dann sämtliche neu zugelassenen Pkw im Schnitt maximal 95 Gramm CO2/km emittieren dürfen. Aktuell ist der Pkw-Flottenverbrauch auf 130 g CO2/km begrenzt.

Dieselmotor
Variante des Verbrennungsmotors. Im Vergleich zum Ottomotor höhere Verdichtung, besserer Wirkungsgrad, dadurch geringerer Kraftstoffverbrauch und höhere Reichweite, aber höherer Ausstoß von NOx und teilweise lungengängigen Partikeln. Ersparnis durch günstigeren Kraftstoff, aber höhere Anschaffungskosten und Kfz-Steuer.

ECE-Regelungen
International vereinbarte einheitliche technische Vorschriften für Kraftfahrzeuge und zugehörige Teile. Die ECE-Homologation ist das europäische Typzulassungssystem; der ECE-Normverbrauch gibt die im NEFZ ermittelten Werte an.

Euro-Norm
Seit 1991 bestehende europäische Abgasnorm, über die stufenweise die Schadstoffgrenzwerte gesenkt werden. Je eigene Grenzwerte und Vorschriften für Otto- und Dieselmotoren. Geregelt sind unter anderem CO2- und NOx-Ausstoß sowie Partikelanzahl. Seit dem 1. 9. 2015 müssen alle Fahrzeuge bei der Erstzulassung die verschärften Grenzwerte der aktuellen Euro-6-Norm einhalten.

Fahrweise
Der Gasfuß des Fahrers hat den größten Einfluss auf die erreichbaren Verbrauchs- und Emissionswerte. Energiesparende Fahrweise senkt den Verbrauch erheblich

Homologation
Begriff, der in der Automobilindustrie die Zulassungsprozedur beziehungsweise Typprüfung eines neuen Fahrzeugs beschreibt. Dabei wird die Einhaltung der länderspezifischen Vorschriften insbesondere für Abgas- und Crashtests überprüft. TÜV Hessen ist als Homologationspartner für verschiedene Prüfverfahren akkreditiert.

HU
Die Hauptuntersuchung dient in Deutschland dazu, Vorschriftsmäßigkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit von Kraftfahrzeugen sicherzustellen.
Die HU wird von staatlich anerkannten, akkreditierten Prüforganisationen wie TÜV Hessen vorgenommen.

Katalysator
1985 wurde in Deutschland der geregelte Drei-Wege-Katalysator für Ottomotoren Vorschrift. Seither wurden immer komplexere Methoden der Abgasnachbehandlung entwickelt, oft für Otto- und Dieselmotoren getrennt.

NEFZ
Neuer Europäischer Fahrzyklus, in Europa seit 1992 für die Typprüfung von Fahrzeugen gültiger Testzyklus. Definiert die standardisierten Bedingungen, unter denen bei der  Homologation die Emissionen ermittelt werden. Dabei werden Fahrzeuge bei einer mittleren Geschwindigkeit von 34 km/h, maximal 120 km/h, etwa 20 Minuten auf dem Rollenprüfstand geprüft. Schaltpunkte und Fahrwiderstände sind definiert, Fahrzeuggewicht oder elektrische Verbraucher bleiben unberücksichtigt. Aus der Schadstoffmenge wird der ECE-Normverbrauch berechnet. 2017 soll der NEFZ vom WLTP abgelöst werden.

NOx
Stickstoffoxide oder Stickoxide; giftiges Gas, das die Atmungsorgane reizt und für die Bildung von Smog mitverantwortlich ist. Der Straßenverkehr, vor allem Fahrzeuge mit Dieselmotor, trägt wesentlich zur NOx-Belastung bei. Messungen zeigen, dass die NOx-Werte außerhalb des Prüfzyklus' deutlich über den Typgenehmigungs-Grenzwerten liegen. Bei der Konstruktion von Dieselmotoren gelten NOx-Emissionen als größte Schwierigkeit.

Ottomotor
Auch Benzinmotor, weltweit am stärksten verbreitete Variante des Verbrennungsmotors. Vergleich zum Dieselmotor: Die Aggregate sind in der Herstellung günstiger, die Abgasreinigung ist weniger aufwändig; niedrigere Beiträge zu Kfz-Versicherung und -Steuer, aber höherer Verbrauch und teurerer Kraftstoff wegen in Deutschland höherer Besteuerung.

PEMS
Portable Emissions Measurement System, mobile Messtechnik, die die Abgasemissionen während realer Fahrsituationen misst. Zumeist am Fahrzeugheck angebrachte Messtechnik erfasst die während einer Straßenfahrt oder auf einem Rollenprüfstand entstehenden Emissionen, unter anderem Stickoxide und Partikelmasse sowie -anzahl.

RDE
Real Driving Emissions (RDE), steht für die Messung der tatsächlichen Emissionen im Straßenverkehr. Wird ab dem 01.09.2017 Pflicht. Angaben zu Verbrauch und Emissionen von Pkw sollen damit nicht mehr nur unter Laborbedingungen, sondern auch im Straßenverkehr realistisch sein. Um den realen Fahrbetrieb abzubilden, wird die mobile Messtechnik PEMS zum Einsatz kommen.

TUZ
Technologie- und Umweltzentrum von TÜV Hessen in Pfungstadt, erste Adresse für die Abgasmessung der Zukunft. Auf dem Hightech-Rollenprüfstand Advanced mit vier einzeln angetriebenen Rollen sind Straßenbedingungen realistisch simulierbar. Hier sind die RDE von Fahrzeugen auf einer beliebigen Strecke messbar und beliebig oft reproduzierbar. Innerhalb des TÜV SÜD-Abgaslabor-Netzwerks (Standorte in Heimsheim, Pfungstadt und Roztoky bei Prag) ist das TUZ Kompetenzzentrum für E-Mobilität und Alternative Antriebe, Nutzfahrzeuge, mobile Emissionsmessung und mobile Maschinen.

US-Vorschriften
Bei Fahrzeugzulassung und Emissionsmessung gehen die USA eigene Wege, messen unter anderem den Verbrauch unter realen Bedingungen. Die USA erkennen weder die ECE-Regelungen an noch wollen sie den WLTP anerkennen. Wegen der wesentlich strengeren Abgasgrenzwerte spielen Diesel-Pkw in den USA kaum eine Rolle.

WLTP
Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure, soll voraussichtlich zum 1. 9. 2017 den NEFZ als Standard-Testzyklus ablösen. Mit zahlreichen Beschleunigungs- und Bremsvorgängen, einer mittleren Geschwindigkeit von 46,6 km/h, 130 km/h Höchstgeschwindigkeit und 30 Minuten Dauer dynamischer und praxisnäher als der NEFZ. Im WLTP erhobene Messdaten bilden ein realistischeres Fahrprofil ab. Unterschiede zum NEFZ: Bilden von Fahrzeugklassen, fahrzeugindividuelle Schaltpunkte und Berücksichtigung des tatsächlichen Fahrzeuggewichts. Im Mittel aller Fahrzeuge erzeugt der WLTP höhere CO2-Werte, aber nicht zwangsläufig höhere Verbrauchs- und Emissionswerte.