TÜV Hessen hilft Berliner Fahrgastschiffen auf sauberen Kurs: Partikelfilter im Praxistest

Pressemitteilung:
TÜV Hessen & Landespressestelle Berlin , 18.06.2009

Nachdem die Stadt Berlin erfolgreich die Umweltzone eingeführt hat, startet die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz jetzt einen „Praxistest Partikelfilter auf Berliner Fahrgastschiffen“. Es soll gezeigt werden, dass die Nachrüstung mit Rußfiltern auch für Schiffe der Berliner Fahrgastschiffe technisch und finanziell machbar ist. Für den Dauertest mit zwei Rußfiltersystemen von verschiedenen Filterherstellern wurden die Experten des TÜV Hessen, Geschäftsbereich Automotive, beauftragt. Am 10. Juni hat Umweltsenatorin Katrin Lompscher gemeinsam mit Jürgen Loch von der Geschäftsführung der Stern & Kreis Schiffahrt ein Fahrgastschiff vorgestellt, das mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet worden ist. Dadurch sollen die Feinstaubemissionen vermindert werden.

Ein Fahrgastschiff der Stern und Kreis Schiffahrt GmbH auf der Spree. In diesen Schiffen führt der TÜV Hessen jetzt Dauertests mit Rußpartikelfiltersystemen durch. (Fotos: Landespressestelle Berlin)

Dabei waren auch der Bereichsleiter Automotive beim TÜV Hessen, Ottmar Degrell, und sein Mitarbeiter Gerhard Lille (Darmstadt). Das Dienstleistungsspektrum des Bereichs Automotive umfasst eigentlich Homologation (Typprüfungen und Mustergutachten für Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile) und Emissionsmessungen bei PKW und Motorrädern. Jedoch konzentriert man sich nun auch verstärkt auf den Sektor „Non-Road“, also auf Verkehr jenseits der Straße.

Dafür steht das Projekt, dessen Betreuung die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz dem TÜV Hessen übertragen hat. Denn sie weiß: Die Reedereien sind an einer Nachrüstung mit Partikelfiltern interessiert. Allerdings gibt es bisher für Fahrgastschiffe, wie sie auf den Berliner Gewässern unterwegs sind, keine standardisierten und erprobten Nachrüstsysteme. Bevor also für die Nachrüstung von Fahrgastschiffen geworben werden kann, soll die praktische Eignung von Filtersystemen untersucht werden.

So wurden zwei Fahrgastschiffe der Stern und Kreis Schiffahrt GmbH mit Rußfiltersystemen verschiedener Filterhersteller ausgerüstet. In den beiden nächsten Jahren werden die Filter regelmäßig von den TÜV-Hessen-Experten auf ihre Praxistauglichkeit und Wirksamkeit hin überprüft. Für den Dauertest hat der Bereich Automotive des TÜV Hessen entsprechendes Mess-Equipment aufgebaut.

Die Senatsverwaltung fördert den Einbau der Filter mit mehr als 20.000 € und finanziert die dazugehörigen Abgasmessungen mit mehr als 50.000 €.

Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher und der Bereichsleiter Automotive beim TÜV Hessen, Ottmar Degrell, beim Pressetermin am Anleger Jannowitzbrücke.

„Auch wenn Fahrgastschiffe nicht unter die Bestimmungen der Umweltzone fallen und eine Nachrüstung daher nur auf freiwilliger Basis erfolgen kann, haben wir ein großes Interesse daran, die Feinstaubemissionen der Schiffe zu mindern. Denn sie sind auch eine Quelle für gesundheitsgefährdenden Feinstaub", sagte Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz bei der Vorstellung des ersten Schiffes mit Partikelfilter. Rußfilter könnten Fahrgäste ebenso wie Fußgänger in den Uferbereichen davor schützen. Auch die Umwelt profitiere, ist Katrin Lompscher überzeugt: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns mit dem Projekt der Nachweis gelingen wird, dass die Nachrüstung mit Partikelfiltern auch bei Berliner Fahrgastschiffen technisch machbar und ökonomisch tragbar ist. Dies wäre ein Gewinn für die Fahrgäste und die Berliner Luft und auch das Image der Fahrgastschifffahrt würde von sauberen Motoren und Abgasreinigungstechniken profitieren“.