Trotz steigender TÜV-Gebühren gehört TÜV Hessen zu preisgünstigsten Anbietern

Pressemitteilung:
TÜV Hessen , 12.02.2008

Wer erst den Umweg über eine Werkstatt in Kauf nehmen muss, bevor sein Wagen die begehrte TÜV-Plakette erhält, für den wird die Nachprüfung beim TÜV Hessen ab sofort noch günstiger: Denn wer sein Auto zur Hauptuntersuchung in einem hessischen TÜV Service-Center vorfährt, erhält einen genauen Mängelbericht. Wem die Plakette wegen zu vieler Defekte am Fahrzeug vorerst verweigert wird, der hat vier Wochen Zeit, um damit in der Werkstatt zielgenau nachbessern zu lassen. Die fällige Nachkontrolle kostet beim TÜV Hessen jetzt nur noch fünf Euro statt bisher 11,60 Euro.

Die Preise für die Hauptuntersuchung (HU) steigen dagegen – in Hessen wie auch in ganz Deutschland. Nachdem die Gebührenmargen für die HU seit mehreren Jahren nicht erhöht wurden, ist am 13. Februar 2008 eine neue Gebührenordnung in Kraft getreten. Sie sieht eine maßvolle Anpassung der Gebührensätze vor. Ebenso steigen die Gebühren für die Fahrerlaubnisprüfung und Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Die Abgasuntersuchung wird für einige Fahrzeugtypen dagegen sogar deutlich günstiger.

An die bundesweit gültige Gebührenordnung gebunden sind allerdings nur die jeweiligen Technischen Prüfstellen (TP). Der TÜV Hessen betreibt eine solche TP. Pro Bundesland darf nur eine TP unterhalten werden. Sie wird von der Landesregierung beauftragt, Prüfungen durchzuführen an Fahrzeugen und Fahrzeugteilen sowie von Führerscheinbewerbern. Grundlage sind die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) beziehungsweise die Fahrerlaubnisverordnung. Die freiwirtschaftlich tätigen Überwachungsorganisationen (ÜO) können dagegen ihre HU-Preise selbst bestimmen, orientieren sich dabei aber an den Sätzen, die für die TP gelten. Während aber eine HU laut Gebührenordnung bislang nicht mehr als 48 Euro kosten durfte, verlangen die meisten ÜO heute dafür schon mindestens 53 Euro.

Die Gebührenordnung sieht eine mögliche Preisspanne für die HU vor: Das bedeutet, dass die HU einen Mindestpreis haben muss und einen Höchstpreis haben darf. Medien berichteten zuletzt häufig im Zusammenhang mit der bevorstehenden Gebührenerhöhung für TÜV-Leistungen, dass der Preis für die Hauptuntersuchung seit Jahren nicht erhöht worden ist, was Irritationen bei vielen Menschen auslöste, die alle zwei Jahre einen höheren Beitrag für die Prüfung ihrer Pkw entrichten mussten.

Richtig sei dagegen, dass die Marge seit zehn Jahren in Deutschland nicht erhöht worden ist, erklärt Ernst Biemer, Leiter der Technischen Prüfstelle (TP) im TÜV Hessen. Ein gestiegener Kostendruck, insbesondere höhere Personalkosten, machen nun aber die Erhöhung unumgänglich. Ab 18. Februar zahlen Kunden in den Service-Centern des TÜV Hessen für die HU 52 Euro statt bisher 48 Euro. Auf den ersten Blick zwar eine satte Erhöhung auf einen Schlag – doch muss dabei auch berücksichtigt werden, dass es seit Jahren keinen Inflationsausgleich mehr gegeben hat.

Die Technischen Prüfstellen in Deutschland bewegen sich teils schon seit Jahren an der Margenobergrenze. Der TÜV Hessen hat dagegen die in den letzten Jahren stetig steigenden Lohn- und Sachkosten bis zuletzt nicht in vollem Umfang an seine Kunden weitergegeben. Schrittweise wurde der Preis für die HU nur moderat erhöht. Stattdessen bemühte man sich nach Kräften, an anderer Stelle Kosten einzusparen. Dies war zuletzt nicht mehr kostendeckend möglich, so dass auch der TÜV Hessen Ende des Jahres 2006 das obere Ende der möglichen Preisskala erreichte. Zumal sich durch die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfung sicherheitsrelevanter elektronischer Bauteile der Umfang der HU weiter erhöht hat.

In Teilen sogar deutlich günstiger wird hingegen die Abgasuntersuchung (AU). HU und AU zusammen gibt es beim TÜV Hessen somit nach wie vor etwas preiswerter als bei vielen Wettbewerbern. Drastisch gesenkt wurde etwa die AU-Gebühr für Otto-Fahrzeuge mit OBD (On Board Diagnose). Wer sein Fahrzeug mit integriertem Diagnose-System zur AU in die TÜV-Prüfstation bringt, zahlt nur noch 15,90 Euro statt bisher fast 20 Euro. Fahrzeuge ab Baujahr 2002 haben einen solchen OBD-Stecker. Um 1,50 Euro auf 36,50 Euro gesunken ist der AU-Preis für Diesel-Pkw. Günstiger geworden sind beispielsweise auch die Sicherheits-
prüfungen bei schweren Nutzfahrzeugen ab zwölf Tonnen, wozu Lkw und Reisebusse zählen.

Und auch für die Fahrerlaubnisprüfungen wird ab 13. Februar eine um 6,5 Prozent höhere Gebühr fällig: „Weil nur wir hier als Technische Prüfstelle in Hessen Führerscheinanwärter prüfen dürfen, gibt es hierbei für uns weder einen Spielraum noch eine Preismarge. Wir sind verpflichtet, die vorgeschriebene Gebühr in voller Höhe zu verlangen“, erklärt TP-Leiter Ernst Biemer. Zuletzt wurden Anfang 2002 die Gebühren für die Theorie-Prüfung angehoben, der Preis für die Fahrprüfung ist seit 1999 unverändert. Ebenso 6,5 Prozent mehr verlangen können ab sofort auch die MPU-Begutachtungsstellen für ihre verkehrspsychologischen und –medizinischen Gutachten. Wer allerdings vor dem 13. Februar seinen Termin vereinbart hat, zahlt noch den alten Preis.


Weitere Infos gibt es auch unter: www.tuev-hessen.de

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