Begleitetes Fahren mit 17 beim TÜV Hessen: Nur wenige Kandidaten scheitern

Pressemitteilung:
TÜV Hessen , 04.02.2008

In Hessen schnitten die Anwärter für den Führerschein ab 17 im Jahr 2007 überdurch-
schnittlich gut ab. Sie sind gut motiviert und fallen deutlich seltener durch die Prüfung als ältere Führerscheinbewerber. Eine sehr positive Bilanz des Begleiteten Fahrens mit 17 („BF17“) ziehen die Fahrerlaubnisprüfer des TÜV Hessen. Der TÜV Hessen mit Sitz in Darmstadt ist die einzige anerkannte Stelle in Hessen, die Führerscheinprüfungen abnehmen darf. Das Modellprojekt BF17 wurde in Hessen am 1. Oktober 2006 eingeführt.

Jeder fünfte Führerscheinneuling in Hessen hat heute bereits eine vorgezogene Prüfung im Rahmen von BF17 absolviert. Im Jahr 2007 haben in Hessen 25.854 junge Leute mit 17 Jahren die theoretische Prüfung absolviert, 23.990 Kandidaten brachten eine Fahrprüfung hinter sich. In beiden Fällen scheiterten nur 16,5 Prozent. Die „Durchfaller“-Quote liegt somit deutlich unter der allgemeinen Quote der Führerscheinbewerber in Hessen von 24 Prozent (im Jahr 2007) bei der Theorie und 19,3 Prozent bei der praktischen Prüfung. Und auch beim Fahren mit Anhänger machen die jüngeren Führerscheinanwärter eine bessere Figur: 684 Kandidaten bemühten sich im Jahr 2007 in Hessen um die Fahrerlaubnis der Klasse BE-F17 (Pkw mit Anhänger), 33 (4,8 Prozent) von ihnen fielen durch. Die allgemeine Quote liegt etwas höher bei 5,4 Prozent.

Dass die jungen Fahrer erfolgreicher bei der vorgezogenen Führerschein-Prüfung abschneiden als ältere Bewerber, führen Fachleute darauf zurück, dass die jungen Leute ehrgeiziger und besser auf die Prüfungen vorbereitet seien. Auch die soziale Herkunft spiele offensichtlich eine Rolle für das gute Abschneiden der jungen Führerscheinbewerber: Die meisten Teilnehmer kämen aus gut erziehenden Familien der Mittel- und Oberschicht, zeigten die Erfahrungen.

Hintergrund:

Als zwölftes Bundesland beteiligt sich Hessen seit dem 1. Oktober 2006 an dem Modellversuch. Dabei müssen die 17-Jährigen auch nach bestandener Prüfung immer einen Beifahrer haben, der mindestens 30 Jahre alt ist, seit fünf Jahren einen Führerschein hat und nicht mehr als drei Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg aufweist.

Ziel von BF 17 ist, die Verkehrssicherheit junger Fahranfänger zu erhöhen. Hintergrund ist der statistisch belegte Zusammenhang zwischen hohem Unfallrisiko und mangelnder Fahrpraxis. Autofahrer unter 25 Jahren sind überproportional häufig an Unfällen beteiligt. Fahranfänger neigen eher dazu, das eigene Können zu über- und kritische Verkehrssituationen zu unterschätzen. Aber schon nach neun Monaten am Steuer halbiert sich das Risiko. Vereinfacht gesagt: Jeder selbst gefahrene Kilometer bringt Routine und verringert die Gefahr zu verunglücken. Idealerweise haben die jungen Fahranfänger bis zu ihrem 18. Geburtstag bereits 2.000 bis 5.000 Kilometer zurückgelegt.

In Niedersachsen, wo der Modellversuch 2004 erstmals eingeführt wurde, zeigte sich, dass die Teilnehmer im Vergleich zu älteren Führerscheinneulingen 40 Prozent weniger Unfälle verursachten, als sie später alleine fuhren. Auch erhielten Teilnehmer rund 60 Prozent weniger Bußgelder: Die jungen Leute, so eine Studie der Universität Gießen, würden sich stärker an die Verkehrsregeln halten, weniger schnell fahren und seltener Rotlicht oder Stoppschilder überfahren.


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