TÜV-Report 2008: Mängelquote in Hessen und deutschlandweit stark rückläufig

Pressemitteilung:
TÜV Hessen , 17.01.2008

Im TÜV-Report berichten die TÜV-Gesellschaften jedes Jahr umfassend zum Stand der Verkehrs-
sicherheit in Deutschland. Zugleich ist der Bericht der größte Gebrauchtwagenratgeber. Im letzten Jahr ist die Quote der erheblichen Mängel erstmals seit Jahren wieder deutlich gesunken - von 18,2 auf 15,7 Prozent. Das gilt sowohl für den Bundestrend als auch in Hessen (15 Prozent). Damit ist die Zahl der Autos, die zunächst in die Werkstatt mussten, bevor sie eine Plakette erhielten, in allen Altersgruppen auf das Niveau von 2001 zurückgegangen.

Dies geht aus dem AUTO BILD TÜV-Report 2008 hervor, der am 17. Januar in Berlin vorgestellt wurde. Rund sieben Millionen Hauptuntersuchungen von 194 Modellen wurden dafür ausgewertet. In Hessen waren es rund 600.000 HU. Trotz des erfreulichen Trends erhält aber noch immer jedes sechste Auto wegen technischer Mängel keine Plakette. Dies ist sowohl im Bundestrend als auch in Hessen zu beobachten. Insgesamt aber ist - hochgerechnet auf den Gesamtfahrzeugbestand - die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln um eine Million auf 7,3 Millionen gesunken.


VdTÜV: "Autofahrer messen Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge wieder mehr Bedeutung zu"

Erfreut über die rückläufige Mängelquote zeigte sich Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV e.V. (VdTÜV): „Autofahrer scheinen Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge wieder mehr Bedeutung beizumessen, außerdem sind neue Modelle bei ihrer Markteinführung deutlich besser geworden. Das zeigen die niedrigeren Mängelquoten bei der ersten Hauptuntersuchung nach den ersten drei Jahren.“

Hessen und Deutschland: Jedes zweite Auto ist technisch nicht in einwandfreiem Zustand

Knapp die Hälfte der geprüften Fahrzeuge war nicht in technisch einwandfreiem Zustand: 15,7 Prozent mussten zunächst in die Werkstatt, bevor sie eine Plakette erhielten, und bei 33,5 Prozent der Fahrzeuge wurden zumindest leichte Mängel festgestellt.

In Hessen führt der TÜV Hessen im Jahr rund 600.000 Hauptuntersuchungen durch. Hier erhielten ebenfalls rund 15 Prozent der vorgeführten Fahrzeuge im ersten Anlauf keine Plakette und mussten den Umweg über eine Werkstatt in Kauf nehmen. Leichte Mängel stellten die Prüfer des TÜV Hessen bei 32 Prozent der Fahrzeuge fest, ohne Mängel wurde gut jeder zweite Wagen (53 Prozent) durchgewunken. Das deckt sich ziemlich genau mit den Zahlen im Bundesdurchschnitt.

Hessische Veteranen (älter neun Jahre) sind besser in Schuss

Unterschiede gibt es lediglich bei den Veteranen, die mängelfrei sind oder leichte Mängel aufweisen: Dies sind laut Definition des TÜV Hessen Fahrzeuge, die älter als neun Jahre sind. Bei diesen Fahrzeugen sind die Mängelquoten in Hessen traditionell niedriger als im Deutschland-Schnitt. Über die Gründe hierfür kann nur gemutmaßt werden: Vielleicht liegt es an einem höheren Wartungsstand in den (wohlhabenderen) Ballungsgebieten, oder auch daran, dass in diesen Zentren weniger Jahreskilometer gefahren werden.
Mängelfrei sind in Hessen 42 Prozent der Autos, die älter als neun Jahre sind. Deutschlandweit sind dies nur rund 33 Prozent. Geringe Mängel weisen in Hessen 37 Prozent aller Veteranen auf, während es im Bundestrend 43 Prozent sind. Ähnlich hoch sind sowohl in Hessen als auch national die erheblichen Mängel bei den alten Fahrzeugen: Gut jedem fünften hessischen Veteranen (22 Prozent) wurde die Plakette verweigert, im nationalen Durchschnitt sogar fast jedem vierten Auto über neun Jahre (24 Prozent).

Im Bundestrend stellten sich die Zahlen wir folgt dar: 4,8 Prozent aller zwei bis drei Jahre alten Fahrzeuge nahmen mit erheblichen Mängeln am Straßenverkehr teil (2007: 5,9 Prozent). Die Quote für die vier- bis fünfjährigen Pkw liegt bei 8,9 Prozent (2007: 10,7 Prozent), die sechs- bis siebenjährigen Pkw schneiden mit 13,3 Prozent ab (2007: 15,8 Prozent), gefolgt von 18,1 Prozent (2007: 21,4 Prozent) bei den acht- bis neunjährigen Pkw und 22,5 Prozent (2006: 26,3 Prozent) bei den zehn- bis elfjährigen Veteranen.

Schlechte Noten für die Beleuchtung

Besondere Sorge bereiten den TÜV-Experten die Mängel bei der Beleuchtung: Über ein Viertel aller zehn- bis elfjährigen Veteranen wiesen hier Mängel auf, selbst bei 7,9 Prozent der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge traten bereits Defekte in den Beleuchtungsanlagen auf. Auch die hohe Mängelquote am Fahrwerk, vor allem bei älteren Fahrzeugen, stellt ein erhebliches Verkehrsrisiko dar. Eine Umweltbelastung bedeuten hauptsächlich Ölverlust an Antrieb und Motor sowie häufige Schäden an Auspuffanlagen.

In Hessen registrierten die Sachverständigen an 1000 Fahrzeugen durchschnittlich 360 Mängel an der Beleuchtung. 250 Mängel wurden an der Bremsanlage (vor allem verschlissene Bremsscheiben) festgestellt, in der Gruppe “Radaufhängung und Reifen” waren es 170 Mängel bei 1000 untersuchten Autos. Hier werden besonders häufig abgefahrene Bereifung, Alterungsrisse und zu geringe Profiltiefe an den Reifen bemängelt; bei der Radaufhängung fallen besonders oft Defekte an den Traggelenken der vor allem bei Frontantrieblern stärker beanspruchten Vorderachse auf. Hinter den durchschnittlich 110 Mängeln an Antrieb und Motor steckt mehrheitlich Motorölverlust. Korrosion spielt bei heutigen Autos dagegen kaum mehr eine Rolle.

Deutsche und japanische Fahrzeuge an der Spitze

Insgesamt wurden für den TÜV-Report 2008 sieben Millionen Hauptuntersuchungen von 194 Pkw-Modellen ausgewertet und entlang der vorgeschriebenen Prüfintervalle dokumentiert. Auch 2008 setzt sich der Trend fort, nach dem sich deutsche und japanische Fabrikate die ersten Ränge teilen: Unter den 25 Fahrzeugtypen der jeweils fünf Bestplatzierten in den einzelnen Altersgruppen liegen die deutschen Modelle mit 14 Fabrikaten vorne, gefolgt von Japan mit zwölf Fabrikaten.

Mazda eroberte mit dem „Mazda 3“ und dem „Mazda 2“ die beiden ersten Plätze in der Altersgruppe der Zwei- bis Dreijährigen. Von den deutschen Marken konnte sich Porsche insgesamt sieben Mal unter den 25 Fahrzeugtypen der jeweils fünf Bestplatzierten positionieren. Schlechte Noten erhielt der Kia Carnival: Bereits jedes fünfte Fahrzeug musste schon nach der ersten HU zunächst in die Werkstatt, bevor eine Plakette erteilt werden konnte.

Der AUTO BILD TÜV-Report erscheint am Freitag, 18. Januar 2008, und ist für 3,90 Euro im Zeitschriftenhandel und an jeder TÜV-Station erhältlich.


Weitere Infos gibt es auch unter: www.tuev-hessen.de

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