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TÜV Hessen Förderer des STEP Award 2011

Pressemitteilung:
FAZ-Institut, TÜV Hessen , 02.12.2011

Wachstumsunternehmen, die auf der Schwelle zum „großen Durchbruch“ stehen, können sich beim Unternehmenswettbewerb STEP Award beteiligen. Die Initiatoren, Infraserv Höchst und das F.A.Z.-Institut, verfolgen gemeinsam mit zahlreichen Förderern und Partnern das Ziel, Unternehmen in der Wachstumsphase wichtige Impulse für ihre erfolgreiche Entwicklung zu geben. Im Fokus des mit 100.000 Euro dotierten Preises stehen die Branchen Chemie, Pharma, Life Science, Bio-/Nanotechnologie, Medizintechnik und Greentech.

Stefan Latz, Jurymitglied vom TÜV Hessen (Zweiter von links) mit ARD-Anchorman Jan Hofer (links), Catrin Gäde, PR-Managerin des Kategoriensiegers Produkt/Technologie & Nachhaltigkeit, der Solarlite GmbH, und Dr. Thomas Heimer, Professor für Innovationsmanagement und Projektmanagement an der Hochschule RheinMain und Wissenschaftlicher Leiter der Technopolis Deutschland GmbH.

2011 haben sich über 100 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beworben, insgesamt rund 630 seit Bestehen des STEP Award.

Hauptförderer sind die Commerzbank, Deutsche Börse, Hessen Agentur, Merck Serono, Sanofi-Aventis und TÜV Hessen. Daneben beteiligen sich rund 30 weitere Unternehmen und Institutionen als Förderer und Partner. Für den TÜV Hessen saß Stefan Latz in der Jury. Der Leiter Innovative Produkte des Bereichs Industrie Service gab Bewertungen zu mehreren Teilnehmern ab und kürte gemeinsam mit seinen Jury-Kollen die Gewinner nach der Auswertung der jeweiligen Kurzpräsentationen.

Bei einer Gala-Veranstaltung am 29. November im Commerzbank Tower erhielt hoch über den Dächern von Frankfurt die HTE AG den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis. Dem Heidelberger Pharmaunternehmen ist ein Durchbruch auf dem Gebiet der Katalysatorforschung gelungen.

Durchbruch in der Pharmaindustrie

Katalysatoren gelten als Multitalente in der chemischen Industrie: Sie setzen einen chemischen Prozess in Gang oder beschleunigen ihn, senken den Ressourcenverbrauch oder die Abfallmenge und erhöhen den verwertbaren Output. Die große Heraus­forderung besteht jedoch darin, den optimalen Katalysator für eine bestimmte chemische Reaktion zu finden. Bis vor einigen Jahren war dies enorm zeit- und kostenintensiv.

Der hte AG ist hier ein Durchbruch auf dem Gebiet der Katalysatorforschung gelungen. Basierend auf dem Hochdurchsatzverfahren aus der Pharmaindustrie, bei dem verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig synthetisiert, getestet und analysiert werden, entwickelten die Forscher des Heidelberger Unternehmens eine neuartige Technologieplattform, mit der sie viele Katalysatormaterialien parallel testen und optimieren können. Für diesen Beitrag zur Produktivitätssteigerung in Forschung und Entwicklung sowie die Kombination von innovativen Produkten und Dienstleistungen mit fortschrittlichen Strategien und Prozessen erhielt hte beim diesjährigen Unternehmens­wettbewerb STEP Award den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis.

Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

Dr. Roland Mohr in seiner Laudatio: „Uns hat die hte AG überzeugt, weil sie in allen Bereichen der Balanced Scorecard und auch beim Thema Nachhaltigkeit sehr gut aufgestellt ist. Ihr ganzheitliches Wachstumskonzept ist ganz auf Zukunftsthemen ausgerichtet, denn für Industrie und Klimaschutz sind Katalysatoren in Sachen Rohstoffwandel und Energiespeicherung von elementarer Bedeutung.“

Die Erfolgsgeschichte der hte AG, deren Firmenkürzel für „high throughput experimentation“ steht, begann bereits zwei Jahre vor ihrer offiziellen Gründung im Jahr 1999. Ein Forscherteam um Ferdi Schüth, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung, und die beiden Chemiker Dr. Dirk Demuth und Dr. Wolfram Stichert entwickelte die Hochdurchsatz­technologie-Plattform sowie die zur Verwendung der Messdaten notwendigen Analysemethoden und eine spezielle Software. Mit diesem Rundumpaket ging hte an den Start. Den ersten Großauftrag erhielt das junge Unternehmen vom Chemieriesen BASF, der heute Hauptanteilseigner ist. Mittlerweile beschäftigt die hte AG 168 Mitarbeiter und zählt global führende Energie- und Chemieunternehmen zu ihren Kunden.

Die hte AG erhält mit dem STEP Award einen Geldpreis in Höhe von 50.000 Euro sowie ein umfangreiches Servicepaket im gleichen Wert, bestehend aus Beratungs- und Serviceleistungen. Diese werden von den Förderern und Partnern des STEP Award eingebracht, um den Preisträger in der Wachstumsphase zu unter­stützen. Sie beinhalten unter anderem Beratungsleistungen zu Unternehmensstrategie und Business Development, Finanzierung, Technologieanalysen, Logistik, IT und Rechtsfragen, die Teilnahme an Investoren-Pitches und Seminaren sowie Kommunikationsleistungen.


Kategorienpreise für weitere Unternehmen

Neben dem Hauptpreis wurden auch Auszeichnungen in den Kategorien „Markt/Kunde“, „Prozesse“, „Produkt/Technologie“ und „Finanzen“ sowie in der neu eingeführten Querschnittskategorie „Nachhaltigkeit“ vergeben, in denen die weiteren Bewerber auf Basis der Balanced Scorecard als Grundlage der Unternehmensbewertung überzeugen mussten.

Preisträger „Prozesse“: Analyticon Biotechnologies AG, Lichtenfels

Die Analyticon Biotechnologies AG bietet Systemlösungen für diagnostische Labore in den Segmenten Klinische Chemie, Urinanalytik, Gerinnung und Hämatologie. Im Jahr 1981 als Vertriebsgesellschaft der Biocon Diagnosemittel GmbH gegründet, begann Analyticon 1996 mit der Entwicklung eigener Latextests und hat sich – auch durch die Kooperation mit internationalen Technologieführern – zum Komplettanbieter für kleine und mittlere klinische Labore weltweit entwickelt. Sämtliche Teststreifenparameter werden an zwei Stand­orten in Hessen produziert. Der konsequente Umstellungsprozess des Unternehmens vom zunächst reinen Reagenzanbieter hin zum Systemanbieter, der seine Systeme weltweit platziert und Kunden auf diese Weise langfristig an sich bindet, war nach Meinung der Jury auszeichnungswürdig.

Preisträger „Markt/Kunde”: TARGOS Molecular Pathology GmbH, Kassel

Die TARGOS Molecular Pathology GmbH wurde im Jahr 2005 gegründet und ist weltweit im Bereich der Biomarkeranalytik für Pharma- und Diagnostikunternehmen tätig. Sie leistet damit einen Beitrag zur Entwicklung gezielter Therapien und begleitender Diagnostika im Bereich der personalisierten Medizin. Die im Jahr 2010 ausgegründete Targos Advance AG konzentriert sich auf die verstärkte Anwendung von Biomarkern mit klinischem Nutzen. Die zweite Tochterfirma Targos Development AG stellt den F&E-Arm der Targos-Gruppe dar und treibt eigene Entwicklungen im Rahmen von Co-Development Projekten voran. Die Jury honorierte mit dem Kategorienpreis „Markt/Kunde“ den stetigen Ausbau der Geschäftsfelder sowie die Validierung der Dienstleistungen durch namhafte Referenzkunden, mit denen sich Targos im schnell wachsenden Markt für individualisierte Medizin positioniert hat.

Preisträger „Produkt/Technologie“ und „Nachhaltigkeit“: Solarlite GmbH, Duckwitz

Über gleich zwei Auszeichnungen konnte sich die Solarlite GmbH freuen. Das 2007 gegründete Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und baut weltweit dezentrale solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerke auf Basis der Direktverdampfung zur Energieerzeugung und der Option der Kraft-Wärme-Kopplung. Verglichen mit traditionellen Parabolrinnenanlagen generiert Solarlite direkt Dampf und ist damit effizienter, umweltfreundlicher und kostengünstiger. Mit Kraftwerken von 500 Kilowatt bis zu über 50 Meagwatt elektrischer Leistung ist Solarlite nach eigenen Angaben der einzige Anbieter von Parabolrinnenanlagen, die sich zur Deckung des Energiebedarfs kleiner industrieller Unternehmen eignen. Den hohen Innovationsgrad der Solarlite-Parabolrinnen­kraftwerke belohnte die STEP Award-Jury mit dem Kategorienpreis „Produkt/Technologie“. In der Rubrik „Nachhaltigkeit“ überzeugte die Solarlite GmbH neben der umweltschonenden Form der Energieerzeugung auch durch Kooperationen in Schwellenländern, die zur Sensibilisierung für das Thema Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort beitragen.

Preisträger „Finanzen“: BioNTech AG, Mainz

Die BioNTech AG entwickelt Biomarker-basierte Diagnostika und Biopharmazeutika zur Bekämpfung von Krebs und weiteren schweren Erkrankungen. Das Unternehmen bildet die komplette Wertschöpfungskette von wissenschaftlicher Innovation, Leitstruktur­entwicklung, Herstellung in Arzneimittelqualität und klinischer Testung bis zum Wirksam­keitsnachweis ab. Mit sieben Tochtergesell­schaften in Deutschland und den USA gehört BioNTech bereits wenige Jahre nach Ausgründung aus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu den größten privat finanzierten Biotechnologie­unternehmen Deutschlands. Die Jury überzeugte vor allem die Tatsache, dass BioNTech in der Anfangsphase die bis dato größte Finanzierung eines Start-ups durch strategische Investoren erhielt. Dies erlaubte die Akquisition etablierter Unternehmen zu einem frühen Zeitpunkt, so dass die BioNTech AG heute nach eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden KMUs und den fünf größten biopharmazeutischen Unternehmen in Deutschland zählt.