Pressemitteilung:
TÜV Hessen, VdTÜV
, 17.12.2009
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Der Zustand der Autos in Deutschland hat sich weiter verschlechtert: Nachdem im vergangenen Jahr die Quote der Autos mit erheblichen Mängeln bei 16,6 Prozent lag, ist sie diesmal etwas angestiegen: 17,6 Prozent der untersuchten Autos haben erhebliche Mängel und fielen deshalb bei der Hauptuntersuchung (HU) durch. Besonders häufig treten diese an der Beleuchtungsanlage auf. Damit ist die Zahl der Autos, die zunächst in die Werkstatt mussten, bevor sie eine Plakette erhielten, zum zweiten Mal in Folge gewachsen, nachdem die Quote 2007 noch stark rückläufig war. In Hessen gab es gegenüber dem Vorjahr kaum Veränderungen: Nach wie vor fährt in etwa jedes sechste Auto (17 Prozent) mit erheblichen Mängeln vor. |
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Das ist typisch in Krisenzeiten – da haben die Autofahrer weniger Geld für die Wartung oder sogar ein neues Auto übrig. In Zeiten knapper Kassen und angesichts der Unsicherheit, wie die Wirtschaftskrise auf das Kosumverhalten durchschlägt, hatten die TÜV-Gesellschaften allerdings erwartet, dass die Mängelquote erheblich ansteigt.
Dies geht aus dem AUTO BILD TÜV-Report 2010 hervor, der am 17. Dezember in Berlin vorgestellt wurde. Siebeneinhalb Millionen Hauptuntersuchungen im Zeitraum zwischen Juli 2008 und Juni 2009 wurden dafür ausgewertet, 208 Modelle wurden mit ihren Stärken und Schwächen beschrieben. Im TÜV-Report berichten die TÜV-Gesellschaften gemeinsam mit der „AutoBild“ jedes Jahr umfassend zum Stand der Verkehrssicherheit in Deutschland. Zugleich ist der Bericht der wichtigste Gebrauchtwagenratgeber.
Der AUTO BILD TÜV Report erscheint am 18. Dezember und ist für 3,90 Euro an jeder TÜV-Station sowie im Zeitschriftenhandel erhältlich.
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In Hessen erhält jedes sechste Auto zunächst keine Plakette |
In seinem Tätigkeitsbericht hat der hessische TÜV festgestellt, dass die Schwere der erheblichen Mängel an hessischen Fahrzeugen im Gesamtdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr kaum angestiegen ist. Davor gab es noch einen Anstieg um zwei Prozentpunkte. Im Schnitt hat jedes geprüfte Fahrzeug 1,3 Mängel in Hessen. Die meisten erheblichen Mängel treten an der Beleuchtungsanlage auf.
Gut oder schlecht? Das sagt der TÜV – Ältere Fahrzeuge in schlechtem Zustand
Insgesamt 7.487.460 Hauptuntersuchungen werteten die TÜV-Experten für den TÜV-Report 2010 aus. Hochgerechnet auf den Gesamtbestand an Pkw bedeutet das Ergebnis des TÜV-Report 2010, dass rund 9 Millionen Fahrzeuge mit erheblichen technischen Mängeln auf den Straßen unterwegs sind. Bereits bei 5,1 Prozent aller Fahrzeuge, die bis zu drei Jahre alt sind und das erste Mal zur Hauptuntersuchung vorgeführt wurden, stellte der TÜV erhebliche Mängel fest (2009: 5,0 Prozent). Bei den fünfjährigen Fahrzeugen wiesen 9,9 Prozent (2009: 9,3 Prozent), bei den Siebenjährigen 14,7 Prozent (2009: 14,0 Prozent) und bei den Neunjährigen 19,2 Prozent (2009: 18,3 Prozent) erhebliche Mängel auf. Mit 24,1 Prozent bekam rund ein Viertel aller mindestens elf Jahre alten Fahrzeuge wegen erheblicher Mängel die HU-Plakette erst nach einem Besuch in der Werkstatt. Eine statistisch relevante Auswirkung der Abwrackprämie auf die Ergebnisse des TÜV-Report 2010 konnten die Experten nicht feststellen.
Hessen: Mehr Autos ohne Befund, weniger mit geringen Mängeln
Auch der hessische TÜV hat keine relevante Auswirkung der Abwrackprämie festgestellt. Er rechnet allerdings damit, dass sich die Konjunkturmaßnahme deutlich im Jahr 2010 bemerkbar machen wird. In Hessen werden rund 1,7 Millionen Untersuchungen pro Jahr vorgenommen, rund 650.000 davon führt der Marktführer TÜV Hessen durch.
Hier erhielten gut 17 Prozent der Wagen im ersten Anlauf keine Plakette und mussten den Umweg über eine Werkstatt in Kauf nehmen. Dafür nahm die Zahl der geringen Mängel zum zweiten Mal in Folge ab, und zwar recht deutlich: die Prüfer des TÜV Hessen stellten nur noch bei 26 Prozent der Fahrzeuge (2008: 30 Prozent; 2007: 32 Prozent) leichte Mängel fest. Demnach um vier Prozentpunkte auf 57 Prozent angestiegen ist die Zahl der mängelfreien Fahrzeuge, die von den TÜV-Hessen-Prüfern ohne Befund durchgewunken wurde.
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Hessen: Hohe Mängelschwere in Ballungszentren |
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Dieser Trend scheint sich angesichts der Wirtschaftskrise vor allem in den hessischen Ballungszentren leicht verstärkt zu haben – hier hat sich der Zustand vieler Fahrzeuge weiter verschlechtert: Im Gebiet Frankfurt/Offenbach stieg die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent, im Gebiet Kassel ebenfalls um ein Prozent auf 21 Prozent. Unverändert hoch blieb die Zahl der reparaturbedürftigen Autos im Gebiet in und um Darmstadt: Hier wird jedem fünften Fahrzeug (20 Prozent) die Plakette vorerst versagt. Der Landesdurchschnitt von 17 Prozent kommt aufgrund guter Werte in ländlichen Regionen zustande: So gibt es etwa im Odenwald, in Hersfeld, Hanau oder in der Wetterau erhebliche Mängel-Quoten von teilweise unter 16 Prozent.
Schlechte Noten für die Beleuchtung
Besonders häufig stellten die TÜV-Experten erhebliche Mängel an der Beleuchtung fest. Bereits 8 Prozent der dreijährigen Fahrzeuge fiel wegen defekter Scheinwerfer bei der Hauptuntersuchung durch. Bei den Fünfjährigen waren es 15,2 Prozent, fast ein Drittel (31 Prozent) der elfjährigen Fahrzeuge erhielt wegen erheblicher Mängel an der Beleuchtungsanlage keine Plakette.
Darüber hinaus beanstandete der TÜV besonders häufig: erhebliche Mängel an der Fußbremse, an Bremsleitungen und Schläuchen, an der Auspuffanlage und an den Achsen. Auch Korrosion an Rahmen und tragenden Teilen sowie erhöhtes Lenkspiel gehörten zu den häufigen Beanstandungen im TÜV-Report 2010.
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Datenbasis Hauptuntersuchung |
208 Modelle im Vergleich - Renault Modus rückt aufs Siegertreppchen
Das Fahrzeug mit der niedrigsten Mängelquote in der Altersklasse der zwei- bis dreijährigen Pkw ist der Porsche 911. Nur 1,9 Prozent dieses Modells fiel bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren mit erheblichen Mängeln auf. Auf dem zweiten Platz folgt der Mazda 2 mit 2,4 Prozent erheblichen Mängeln. Den dritten Platz teilen sich mit dem VW Golf Plus und dem Ford Fusion zwei deutsche Fahrzeuge.
Eine Premiere kommt aus Frankreich: Erstmals schaffte es mit dem Renault Modus ein Modell aus dem europäischen Ausland die japanisch-deutsche Phalanx auf der Siegertreppe zu durchbrechen. Er erreichte in der Altersgruppe der fünfjährigen Fahrzeuge den fünften Rang. Weit abgeschlagen ist auch im TÜV Report 2010 der Kia Carnival. Mit 28,2 Prozent musste bereits weit über ein Viertel aller Carnivals nach der ersten Hauptuntersuchung in die Werkstatt, bevor er eine Plakette erhielt.
TÜV-Report Sieger Porsche 911 wird im Januar 2010 mit der Goldenen Plakette ausgezeichnet.
Der AUTO BILD TÜV Report erscheint am Freitag, 18. Dezember 2009, und ist für 3,90 Euro an jeder TÜV-Station sowie im Zeitschriftenhandel erhältlich.
Herausgeber:
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Unternehmenskommunikation
Ralf Göthling (Autor)
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64285 Darmstadt
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