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Kampagne: „Lust auf Leben? … oder Rasen?“ soll Denkanstöße geben

Pressemitteilung:
TÜV Hessen , 27.11.2009

Wieder sind im Jahr 2009 auf den Straßen zwischen Kassel und Odenwald zu viele Menschen gestorben. Bei nahezu 40 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle spielte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle. Eine besondere Risikogruppe sind junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von unter 25 Jahren. Jeder fünfte Getötete war allein im ersten Halbjahr 2009 unter 25 Jahre alt. Bei vier von zehn tödlichen Verkehrsunfällen ist „Geschwindigkeit“ die Ursache.

Für „Sicher unterwegs in Hessen“ ein zwingender Grund, das Thema mit der Aktion „Lust auf Leben? … oder Rasen?“ aufzugreifen. Am 26. November wurde die inzwischen 36. Info-Kampagne der Verkehrssicherheits-Initiative in Wiesbaden vorgstellt.

Vor rund 50 Berufsschülern in der Aula der Kerschensteinerschule in Wiesbaden stellten die Initiatoren von Sicher unterwegs in Hessen ihre neue Kampagne der Presse vor.

Dabei hatten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit dem Unfallarzt Dr. Birger Freier aus Offenbach und Jörg Bombach, Wellenchef von hr3, über negative Folgen von Raserei und die Info-Kampagne zu diskutieren. Beeindruckt zeigten sich die jungen Leute insbesondere von den drastischen Schilderungen des Unfallmediziners, der auch Bilder von seinen Einsätzen auf der Straße und in der Notfall-Intensivstation zeigte. Er forderte dazu auf, über das "Warum?" des eigenen Verhaltens hinter dem Steuer nachzudenken. Nur so könne ein Prozess zum Umdenken in Gang kommen.

Diskutierten mit Berufsschülern über negative Folgen von Raserei und die Info-Kampagne (von links): der Offenbacher Unfallarzt Dr. Birger Freier, Klaus Ruppelt (Vorstand der hessischen Verkehrswacht), Wolfgang Krüger (Pressesprecher TÜV Hessen) und Jörg Bombach, Wellenchef von hr3.

Wer rast oder drängelt, gefährdet nicht nur sich selbst. Er kann sich auch mitschuldig machen am Tod anderer Menschen. Der Gesetzgeber kann jedoch nicht alles regeln. Es muss sich etwas in den Köpfen ändern. „Ich rase doch gar nicht!“ Das werden wohl die meisten Autofahrer von sich behaupten. Aber kann das wirklich sein? Viele wissen gar nicht, welche Gefahren sie mit ihrer Fahrweise herauf beschwören.

Die Aktion „Sicher unterwegs in Hessen“ will zur Diskussion anregen. Denkanstöße geben. "Wir sollten uns alle vielmehr klar machen, was es bedeutet, wenn ein Mensch plötzlich fehlt", macht Wolfgang Krüger, Leiter Unternehmenskommunikation des TÜV Hessen, deutlich.

Der TÜV Hessen ist als langjähriges Mitglied der Initiative "Sicher unterwegs in Hessen" maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung der neuen Kampagne beteiligt.

Krüger weiter im Sinne der Initiative: "Wer nicht will, muss sich zu keinem in Auto setzen, der den Ruf eines „Rasers“ hat. Wer Risiko meidet, um sein eigenes Leben zu schützen, hat alle Argumente auf seiner Seite. Jeder Mensch hat die Freiheit „Nein“ zu sagen. Ein erster Schritt ist es, den Rasern einfach zu sagen: „ … mit dir fahre ich nicht!“ Ob in der Schule, in der Disco, im Freundeskreis oder bei der Arbeit gilt: Sprecht darüber!"

Mit ca. 200 Plakaten an hessischen Landstraßen, ca. 3.000 Plakaten an anderen Stellen wie Schulen sowie 60.000 Info-Flyern wird das Thema der hessischen Bevölkerung präsentiert. In der Welle hr3 des Hessischen Rundfunks werden im Dezember über zehn Tage hinweg jeweils vier Info-Trailer gesendet, um so eine große Breitenwirkung zu erzeugen.

Die Aktion „Sicher unterwegs in Hessen“ gibt es seit 1993. Sie wird freiwillig getragen von den Partnern Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, dem ADAC Hessen-Thüringen, der Landesverkehrswacht Hessen, dem Hessischen Rundfunk und dem TÜV Hessen.

Informationen zu „Sicher unterwegs in Hessen“ gibt es im Internet unter www.sicherunterwegsinhessen.de

In der gut besetzten Aula beteiligten sich die Berufsschüler rege an der Diskussion um Rasen und die Folgen. Einige forderten noch frühzeitigere Aufklärung über Konsequenzen und Strafen bereits in der Fahrschule, andere sprachen sich für drastischere Motive zur Abschreckung ein.