TÜV-Report 2009: Mängelquote in Hessen und Deutschland steigt wieder
Pressemitteilung:
TÜV-Hessen
, 18.12.2008
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In diesem Jahr ist die durchschnittliche Quote der erheblichen Mängel gegenüber dem Vorjahr wieder angestiegen - um 0,9 Prozent im Bundesdurchschnitt (16,6) und sogar um gut 2 Prozentpunkte in Hessen (17). Fast jedes fünfte Auto ist also mit erheblichen technischen Mängeln unterwegs, besonders häufig treten diese an der Beleuchtungsanlage auf. Damit ist die Zahl der Autos, die zunächst in die Werkstatt mussten, bevor sie eine Plakette erhielten, wieder gewachsen, nachdem die Quote 2007 noch stark rückläufig war.
Mit 16,6 Prozent liegt die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln zwar noch unter dem schlechtesten Wert aus dem Jahr 2006 von 18,9 Prozent, aber immer noch deutlich über den Mängelquoten, die Ende der Neunziger erreicht wurden. Diese lagen zwischen 11 und 13 Prozentpunkten.
Dies geht aus dem AUTO BILD TÜV-Report 2009 hervor, der am 18. Dezember in Berlin vorgestellt wurde. Rund sieben Millionen Hauptunter-
suchungen wurden dafür ausgewertet und 201 Modelle mit ihren Stärken und Schwächen beschrieben. Im TÜV-Report berichten die TÜV-Gesellschaften gemeinsam mit der "AutoBild" jedes Jahr umfassend zum Stand der Verkehrssicherheit in Deutschland. Zugleich ist der Bericht der wichtigste Gebrauchtwagenratgeber. Seit 1973 gibt es ihn.
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Besondere Sorge bereiten den TÜV-Experten die Mängel bei der Beleuchtung: Fast jedes dritte zehn- bis elfjährige Fahrzeug fiel mit erheblichen Mängeln an der Beleuchtungsanlage auf. In Hessen registrierten die Sachverständigen an 1000 Fahrzeugen durchschnittlich 375 Mängel an der Beleuchtung, das waren fünf Prozent mehr als noch 2007.
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Der TÜV Hessen trägt bei jährlich ca. 650.000 Hauptuntersuchungen zu rund 8,5 Prozent zu den Ergebnissen des TÜV-Autoreports bei. In seinem Tätigkeitsbericht hat der hessische TÜV auch festgestellt, dass die Schwere der erheblichen Mängel an hessischen Fahrzeugen im Gesamtdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr von 15 auf 17 Prozentpunkte angestiegen ist. Das heißt, die erkannten Mängel sind für die Verkehrsicherheit relevanter geworden. Weiterhin altert der Bestand der Fahrzeuge. Im Schnitt hat jedes geprüfte Fahrzeug 1,3 Mängel in Hessen. Um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben die erheblichen Mängel an der Beleuchtungsanlage.
Ältere Fahrzeuge in schlechtem Zustand
Besondere Sorge bereitet den TÜV-Experten der schlechte Zustand älterer Fahrzeuge. So müssen in der Altersgruppe der acht- bis neunjährigen Pkw nach der Hauptuntersuchung bereits 18,3 Prozent in die Werkstatt bevor sie eine Plakette erhalten. Bei den Zehn- und Elfjährigen fallen durchschnittlich 23,3 Prozent aller Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln auf.
Dr. Klaus Brüggemann, Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV e.V., warnt daher vor einer Überalterung der Fahrzeugflotte: „Sollten jetzt wegen der Wirtschaftskrise Kaufabsichten für Neuwagen zurückgestellt werden, wirkt sich das mittelfristig auch auf die Verkehrssicherheit aus.“ Generell sei es aber wichtig, die Wartung und Pflege der Fahrzeuge in allen Altersgruppen ernst zu nehmen.
In Hessen erhalten 17 Prozent zunächst keine Plakette
In Hessen werden rund 1,7 Millionen Untersuchungen pro Jahr registriert, rund 650.000 davon führt der Marktführer TÜV Hessen in seinen Service-Centern und in Werkstätten durch. Hier erhielten 17 Prozent der vorgeführten Fahrzeuge im ersten Anlauf keine Plakette und mussten den Umweg über eine Werkstatt in Kauf nehmen. Im Vorjahr waren es noch 15 Prozent. Dafür nahm die Zahl der geringen Mängel gegenüber 2007 ab: die Prüfer des TÜV Hessen stellten nur noch bei 30 Prozent der Fahrzeuge (2007: 32 Prozent) leichte Mängel fest. Somit hat in Hessen die "Mängelschwere" zugenommen, denn insgesamt hat sich die Menge der festgestellten Mängel mit 1327 bei 1000 Fahrzeugen kaum gegenüber 2007 (1321) verändert. Das heißt, im Schnitt hat jedes geprüfte Auto 1,3 Mängel in Hessen.
Dass mehr schwerwiegende, also für die Verkehrssicherheit relevante Mängel erkannt wurden, ist damit zu begründen, dass die TÜV-Sachverständigen einen strengeren Bewertungsmaßstab ansetzen. Während man früher Mängel großzügiger als gering deklariert und die umgehende Beseitigung in die Hände und somit in die Verantwortung der Kunden gelegt hat, übernehmen die TÜV-Sachverständigen nun diese Verantwortung wieder stärker selbst. Dementsprechend überzeugen sie sich heute häufiger persönlich in Nachkontrollen davon, dass die beanstandeten Mängel auch beseitigt wurden. So hat auch die Zahl der Nachkontrollen, für die vier Wochen Zeit nach der Erstprüfung bleibt, deutlich zugenommen.
Dagegen unverändert gegenüber Vorjahr geblieben ist die Zahl der unauffälligen Fahrzeuge: Ohne Mängel wurde gut jeder zweite Wagen (53 Prozent) von den TÜV-Hessen-Prüfern durchgewunken.
Auch hessische Veteranen (älter als neun Jahre) sind wieder schlechter in Schuss
Der Zustand älterer Fahrzeuge ist auch in Hessen besorgniserregend: Bei den sogenannten Veteranen - Fahrzeuge, die älter als neun Jahre sind - sind die Quoten der erheblichen Mängel in Hessen wieder gestiegen: von 22 Prozent (2007) auf 23 Prozent. Gut jedem fünften hessischen Veteranen wurde die Plakette demnach verweigert. Das deckt sich mit dem Bundestrend (23,3 Prozent). Mängelfrei sind in Hessen nur noch 41 Prozent der alten Autos (2007: 42 Prozent). Geringe Mängel weisen in Hessen nur noch 35 Prozent aller Veteranen auf (2007: 37).
Wie ist der Anstieg seit dem vergangenen TÜV Report zu erklären?
Der TÜV Hessen vermutet, dass die hohen Unterhaltskosten für Autos eine mögliche Ursache sind. Im Auswertungszeitraum von Juli 2007 bis Juni 2008 sind die Spritpreise stark angestiegen. Ein Zusammenhang zwischen dem Geld, das die Bürger in der Tasche haben, und dem Zustand der Fahrzeuge ist erkennbar: In knappen Zeiten wird häufig am falschen Ende gespart und weniger Geld für Wartung und Pflege der Fahrzeuge ausgegeben.
Ob sich dieser Trend angesichts der aktuellen Krisenzeiten noch verstärken wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen: Da die Rezession erst in zweiten Jahreshälfte 2008 eingetreten ist, ist eine Voraussage zum jetzigen Zeitpunkt kaum zu treffen. Im TÜV Report 2010 wird sich erst zeigen, wie sich die momentane Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Zustand der Autos ausgewirkt hat. Dann wird man sehen, ob Autos länger gefahren werden und nicht so schnell ersetzt werden.
Schlechte Noten für die Beleuchtung
Besondere Sorge bereiten den TÜV-Experten die Mängel bei der Beleuchtung: Fast jedes dritte zehn- bis elfjährige Fahrzeug fiel mit erheblichen Mängeln an der Beleuchtungsanlage auf. Weitere gefährliche Mängel wurden an den Fahrwerken und Auspuffanlagen festgestellt.
In Hessen registrierten die Sachverständigen an 1000 Fahrzeugen durchschnittlich 375 Mängel an der Beleuchtung, das waren fünf Prozent mehr als noch 2007. Dahingegen unverändert blieb die Mängelanzahl bei Bremsanlagen (vor allem verschlissene Bremsscheiben und -beläge) und bei Radaufhängungen und Reifen. Hier werden besonders häufig abgefahrene Bereifung und Alterungsrisse diagnostiziert; bei der Radaufhängung fallen besonders oft Defekte an den Traggelenken der vor allem bei Frontantrieblern stärker beanspruchten Vorderachse auf. Die Mängel an Antrieb und Motor werden mehrheitlich durch Motorölverlust verursacht. Korrosion spielt bei heutigen Autos dagegen kaum mehr eine Rolle.
Der klare Anstieg der diagnostizierten erheblichen Mängel um fünf Prozent an der Beleuchtungsanlage ist dadurch erklärbar, dass die Sachverständigen des TÜV Hessen deutlich sensibilisiert wurden. Sie achten noch stärker auf eine einwandfreie Beleuchtungsanlage, die als wesentlicher Faktor für die Verkehrssicherheit gilt. Insbesondere eine fehlerhafte Lichteinstellung oder auch falsch montierte Birnen stellen einen Mangel dar. Schnell sind bei den heutigen komplexen Konstruktionen im Fahrzeuginneren Leuchtmittel falsch eingesetzt. Es gilt jedoch auch hierbei abzuwägen: Leuchtet beispielsweise der Scheinwerfer zu hoch, ist dies ein erheblicher Mangel, da dadurch der Verkehr gefährdet sein kann. Fällt der Lichtkegel dagegen zu tief, ist dies "nur" ein geringer Mangel.
Deutsche und japanische Fahrzeuge wieder an der Spitze
Rund sieben Millionen Hauptuntersuchungen wurden für den TÜV Report ausgewertet und insgesamt 201 Fahrzeugmodelle mit ihren Stärken und Schwächen beschrieben. Ausschließlich japanische und deutsche Pkw-Modelle befinden sich in allen Altersgruppen auf den ersten Rängen der Fahrzeuge mit den wenigsten Mängeln. Eindeutig haben dabei die Modelle aus Fernost die Nase vorn: Unter den 51 Fahrzeugmodellen der jeweils zehn Besten je Altersgruppe befinden sich 32 japanische und 19 deutsche Fabrikate.
Der Mängelzwerg: Toyota Corolla Verso - "Goldene Plakette" für das Siegermodell
Gewinner der Altersgruppe der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge ist der Toyota Corolla Verso mit einer Mängelquote von 2,0 Prozent, gefolgt vom Vorjahreszweiten Mazda 2 auf dem zweiten Platz. Porsche 911 und Ford Fusion teilen sich den dritten Platz. „Die Sieger beweisen, dass man in jeder Modellklasse ein richtig gutes und zuverlässiges Auto bauen kann“, erklärt TÜV Report – Chefredakteur Hartmut Müller-Gerbes. Deutlich abgeschlagen findet sich wie bereits im vergangenen Jahr der Kia Carnival auf dem letzten Platz der zwei- bis dreijährigen Pkw wieder: Bereits ein Viertel dieses Fahrzeugmodells fällt bei der ersten Hauptuntersuchung durch.
Das Siegermodell Toyota Corolla Verso wird vom VdTÜV im Januar mit der „Goldenen Plakette“ ausgezeichnet.
Der AUTO BILD TÜV Report erscheint am Freitag, 19. Dezember 2008, und ist für 3,90 Euro an jeder TÜV-Station sowie im Zeitschriftenhandel erhältlich.
Weitere Infos gibt es auch unter: www.tuev-hessen.de
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TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
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