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"Guck genauer hin!" - TÜV Hessen spricht Drogenproblematik im Straßenverkehr an

Pressemitteilung:
TÜV Hessen , 29.01.2008

„Machdischmalocker“ ist das charmante Motto von Jörg Bombach. Bei mindestens einem Thema jedoch versteht der HR3-Programmchef keinen Spaß: „Auf Deutschlands Straßen starben zuletzt über 5100 Menschen – das ist zu viel.“ Zunehmend seien dabei Drogen im Spiel, sich „zuzudröhnen“ gelte als Spaß. „Aber Drogen sind kein Spaß. Vor allem nicht im Straßenverkehr“. Deshalb sei es zugleich Pflicht und Willen des Senders, sich für mehr Verkehrssicherheit zu engagieren: Als langjähriger Medienpartner unterstützt HR3 auch die 35. Aktion der Verkehrssicherheitskampagne „Sicher unterwegs in Hessen“.

Aktionspartner sind neben dem Hessischen Rundfunk auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, der ADAC Hessen-Thüringen, die Landesverkehrswacht Hessen und der TÜV Hessen. In der Frankfurter TÜV-Zentrale Am Römerhof stellten sie am 28. Januar die neue Aktion „Guck genauer hin!“ vor. Diesmal geht es um das Thema Drogen im Straßenverkehr und deren verheerende Wirkungen insbesondere auf junge Menschen. Eltern und das gesamte Umfeld junger Leute - also auch persönliche Freunde und Bekannte - sind dazu aufgerufen, genauer hinzusehen und das Thema Drogen im Straßenverkehr verstärkt anzusprechen.

Sie klären über Drogen und die verherenden Folgen gerade für junge Menschen im Straßen-
verkehr auf: Bei der Pressekonferenz zur neuen Aktion "Sicher unterwegs in Hessen in der TÜV-
Zentrale in Frankfurt sprachen (von links) Polizeioberkommissar Ralf Drexelius, Hannelore
Hoffmann-Born (Verkehrsmedizinierin bem TÜV Hessen), HR3-Programmchef Jörg Bombach,
TÜV-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gehrke und Heiner Knapp, Vorsitzender der Landesverkehrs-
wacht. Rechts im Hintergrund: Das Plakat zur neuen Kampagne, das jetzt über 180 Mal an
hessischen Autobahnen und Landstraßen steht.

Ziel: Das persönliche Umfeld sensibilisieren

Die Aktionspartner greifen ein Thema auf, das ihrer Ansicht nach „alle betrifft, über das aber zu wenig geredet wird“, stellte Dr. Wolfgang Gehrke, Geschäftsführer des TÜV Hessen, fest. Alle Drogen - auch Alkohol sei schließlich eine Droge - können gefährlich und sogar tödlich sein. „Spätestens im Straßenverkehr hört der Spaß in jeder Beziehung auf! Drogen sind immer gefährlich. Deshalb ist es wichtig darüber zu sprechen und genauer hinzusehen“, so Gehrke. Die Aktion bemüht sich darum, vornehmlich das Umfeld des Jugendlichen, in erster Linie aber die Eltern, für die Drogenproblematik zu sensibilisieren.

Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden in Hessen ist alkoholbedingt

Im Jahr 2006 ereigneten sich nach den Angaben des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden auf hessischen Straßen 24.263 Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Für jeden fünften dieser Unfälle (4916) war Alkohol die Ursache. Jahrelang sank die Zahl der Menschen, die bei Unfällen auf hessischen Straßen ums Leben kamen. Nicht so zuletzt: Im Jahr 2006 starben 379 Menschen bei Verkehrsunfällen in Hessen - ein Plus von fast vier Prozent! Oft sind dabei auch Drogen im Spiel: Das gesetzliche Verbot und auch die Bestrafung von Dealern können den Handel mit Drogen nicht ausreichend einschränken, so die Aktionspartner.

Drogenfahrten am Tag haben "drastisch zugenommen"

Weil die Wirkung von Cannabis oft unterschätzt und verharmlost werde und Drogen günstig zu haben seien, würden junge Leute kaum abgeschreckt, sagt Ralf Drexelius vom Polizeipräsidium Südhessen. So sei etwa der Trend zu beobachten, dass Alkohol und Drogen vermischt konsumiert werden – „ein äußerst gefährlicher Cocktail“, warnt der Drogen-Experte von der Polizei. Drastisch zugenommen habe überdies die Zahl der folgenlosen Drogenfahrten: „Umfragen haben ergeben, dass 80 Prozent der jugendlichen Fahranfänger bereits Erfahrungen mit Drogen gemacht haben“, so Drexelius. Das heißt: Vier von fünf Führerscheinneulingen haben schon Drogen ausprobiert. Besonders gefährlich: Während Alkohol eher abends und am Wochenende konsumiert werde, registriere die Polizei viele Drogenfahrten auch tagsüber: „egal ob montagsmorgens oder samstagsabends“, sagt Drexelius.

TÜV-Mediziner: Zehn Prozent mehr Klienten mit Drogenauffälligkeiten

Diesen Trend bestätigen auch die Statistiken der Verkehrsmediziner des TÜV Hessen: Im Jahr 2007 habe zwar im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Klienten um drei Prozent abgenommen, die wegen einer Alkoholfahrt zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) antreten mussten. Dafür sei die Zahl derjenigen um satte zehn Prozent gestiegen, die wegen Drogenauffälligkeit in die TÜV-Begutachtungsstellen gekommen sind, sagt Dr. Hannelore Hoffmann-Born, Leitende Ärztin der Begutachtungsstellen für Fahreignung im TÜV Hessen.

Zentrale Anlaufstellen zur Drogenberatung fehlen vielerorts

Was aber, wenn Eltern und betroffene Jugendliche mit Gesprächen nicht mehr weiterkommen und sich von den Problemen überfordert fühlen? Heiner Knapp, Vorsitzender der Hessischen Verkehrswacht, beklagte, dass nur wenige Kommunen in Hessen eindeutige Angebote zur Drogenberatung machen. Deshalb haben die Aktionspartner von „Sicher unterwegs in Hessen“ in ihrem Info-Flyer nicht nur Hinweise gegeben, wie Drogenkonsum entlarvt werden kann; angegeben ist auch die Internet-Adresse der zentralen Anlaufstelle zur Drogenberatung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (www.hls-online.org)

"Jeder in Verkehrssicherheit investierte Euro spart 27 Euro mögliche Folgekosten"

„Ich bin sehr stolz, dass unsere Welle hier dabei sein darf“, sagte HR3-Programmchef Jörg Bombach. Mit den eigenen Veranstaltungen erreiche der Sender im Jahr über 150.000 junge Menschen: „Hier haben wir Verantwortung“. Und die sei durchaus auch finanziell zu sehen: „Jeder in Verkehrssicherheit investierte Euro spart 27 Euro an möglichen Folgekosten“, zitierte Bombach eine Studie der Unfallstatistik Hessen. Zudem hat das Engagement für Themen der Verkehrssicherheit beim HR Tradition, so Bombach: Schon 1974 unterstützte der Hessen-Sender die Kampagne „Gu(r)te Fahrt“ zur Einführung der Sicherheitsgurte.


Weitere Informationen zum aktuellen Programm sowie zu vorhergehenden Aktionen gibt es im Internet unter www.sicherunterwegsinhessen.de und unter www.tuev-hessen.de


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