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Erstes TÜV-Zertifikat für sicheren Kranken-& Behindertentransfer an Frankfurter Köhler-Transfer vergeben

Pressemitteilung:
Ralf Göthling, TÜV Hessen , 16.07.2008

Die Firma Köhler Transfer mit Sitz in Frankfurt hat sich erfolgreich als erstes hessisches Unternehmen dem neuen Sicherheitsstandard „Sicherer Kranken- und Behindertentransfer“ von TÜV und DEKRA gestellt. Fahrzeuge, Personal und Organisation des Spezialisten für Behinderten-Transfer haben im Mai und Juni 2008 den umfassenden Qualitäts-Check des TÜV Hessen mit guten Ergebnissen bestanden.

Das Zertifikat „Sicherer Kranken- und Behindertentransfer“ wurde von den technischen Dienstleistern TÜV und DEKRA aus dem bestehenden Zertifikat „Sicherheit im Busbetrieb“ weiterentwickelt. Das gemeinsam vertriebene Gütesiegel ist inzwischen bundesweit zum Standard geworden.

Für den neuen Standard „Sicherer Kranken- und Behindertentransfer“ trat Köhler-Transfer als Pilotkunde auf: Somit hatte Inhaber Ralf Köhler auch Gelegenheit, die zum Teil theoretischen Überlegungen des angepassten Kriterienkataloges von TÜV und DEKRA mit seinen Praxiserfahrungen anzureichern und mitzugestalten.

Die Prüforganisationen TÜV und DEKRA hatten den Bedarf erkannt und den bestehenden Kriterienkatalog für das Bus-Gütesiegel auf die Bedürfnisse weiterer interessierter Verkehrsbranchen angepasst: Eine logische Weiterentwicklung, da sich Anfragen häuften von Personenbeförderern, Kranken- und Behindertentransporteuren sowie Taxiunternehmen. Ein weiterer Treiber waren die Anforderungen der Ausschreibenden Stellen, die neben hoher Qualität auch die Sicherheit der zu befördernden Personen durch ihre Auftragnehmer gesichert wissen wollen.

 

Bei der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg wurde das erste Zertifikat „Sicherer Kranken- und Behindertentransfer“ überreicht. Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Ehling (links) vertraut längst auf die Dienste des ausgezeichneten Frankfurter Transporteurs Köhler-Transfer. Die Lebenshilfe Wetzlar will künftig Fahraufträge nur noch an solche Fahrdienste vergeben, die das TÜV-Zertifikat tragen. Für den TÜV Hessen überreichte Auditor Frank Schneider (Zweiter von links) die Urkunde an den Inhaber von Köhler-Transfer, Ralf Köhler. Dabei war auch der Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster. Er erklärte, man habe nun bei der Vergabe von Fahraufträgen zur Behindertenbeförderung mit dem TÜV-Zertifikat eine „sehr gute Richtschnur“, um die Sicherheit und Qualität der Fahrdienste zu beurteilen und danach eine Auswahl zu treffen.

 

So auch im Fall der Firma Köhler Transfer. Für sie gab die Lebenshilfe Wetzlar den Anlass, über eine entsprechende Zertifizierung nachzudenken. Denn das Qualitätsmanagement -System der Lebenshilfe sieht vor, dass auch externe Dienstleister entsprechende „qualitätssichernde Maßnahmen“ für den Transfer behinderter Menschen realisieren. Diese Anforderungen der Lebenshilfe und der Wunsch, den eigenen Sicherheitsstandard durch eine neutrale Instanz ermitteln und bescheinigen zu lassen, gaben für Inhaber Ralf Köhler den Ausschlag, die Zertifizierung nach dem neu entwickelten Standard „Sicherer Kranken- und Behindertentransfer“ anzugehen.

Mit der Zertifizierung leistet der TÜV Hessen einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit in der Personenbeförderung. „Das Zertifikat bestätigt dem geprüften Transportunternehmen, dass das Unternehmen freiwillig weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus Kriterien erfüllt, die von einem neutralen Dritten periodisch überwacht werden“, sagt Frank Schneider vom TÜV Hessen, der an der Entwicklung des Siegels „Sicherer Busbetrieb“ maßgeblich beteiligt war und der als Mitglied einer Expertengruppe den Anforderungskatalog für das neue Zertifikat entwickelte. „Das Siegel bietet Auftraggebern und Kunden im Bereich der Personenbeförderung eine wichtige Orientierung: Sie können bei Köhler Transfer mit der Gewissheit einsteigen, dass das Unternehmen auf hohem Sicherheitsniveau arbeitet.“

Das Zertifikat wird nach einer umfassenden Systemprüfung vergeben: Auf den Prüfstand des TÜV Hessen kamen Organisation, Fahrer sowie die Fahrzeuge des Beförderungsunternehmens. Die Kombination dieser drei Bereiche ergibt das Gesamtbild für das Zertifikat: Basis ist ein umfangreicher Katalog mit 43 Kriterien, der von allgemeinen Betriebsdaten über Arbeitszeitregelung und Schulungsnachweisen bis zum technischen Zustand der Fahrzeuge alle sicherheitsrelevanten Punkte enthält. Das in mehreren Bundesländern agierende Unternehmen Köhler Transfer mit einer Flotte von rund 170 Fahrzeugen setzt Fahrdienstleiter ein, die vor Ort den Einsatz der Fahrer und Fahrzeuge steuern.

Überprüft wurde in einer Matrixzertifizierung das Zusammenspiel der Zentrale mit Fahrdienstleitern und Fahrern. Der Schwerpunkt der Überprüfung lag auf der Frage, ob die zentralen Regelungen vor Ort auch eingehalten werden. Zuerst begutachteten die TÜV Hessen-Sachverständigen die Zentrale in Frankfurt sowie die Fahrdienste in Wetzlar und Darmstadt-Dieburg. In den nächsten drei Jahren werden – entsprechend der Gültigkeitsdauer des Zertifikates - auch alle anderen Fahrdienste von Köhler Transfer überprüft.

Im Falle der speziell für den Behindertentransport ausgerüsteten Kleinbusse standen auch die Rückhaltesysteme bei der Rollstuhlbeförderung und die Begleitung der Fahrten im Fokus. Service- und Betreuungsaspekte bestimmten die Bewertung: Vor allem behinderte Fahrgäste benötigen eine besonders intensive Betreuung. Beispielsweise wird jeder Fahrgast vom Fahrer persönlich angeschnallt (Bild links).

Der von Köhler-Transfer eingesetzte sogenannte Kraftknoten ist eine Besonderheit bei der Sicherung von Rollstühlen in Fahrzeugen: Der Kraftknoten ist eine feste Einrichtung, an dem der Rollstuhl, der herstellerseitig montiert ist oder aber nachträglich angebracht werden sollte, damit das Gurtsystem in den Boden verankert, direkt eingesteckt und festgezurrt werden kann. Ohne Kraftknoten muss der Gurt an einem Bauteil des Rollstuhls eingeklinkt werden, was sehr viel umständlicher ist. Auch kann es dabei Konflikte bei der Kraftverteilung und mit der Statik des Rollstuhles geben.

 

Zum Ergebnis der TÜV-Prüfung sagt Geschäftsführer Ralf Köhler: „Uns erfüllt es mit viel Stolz, als erstes Unternehmen in Hessen das Zertifikat zu tragen. Durch das Prüfsiegel erfahren nun alle aktuellen und potenziellen Kunden, dass wir ein modernes Unternehmen sind, das sich dem ständigen Wandel im Verkehrswesen und in der Personenbeförderung stellt und das zukunftsorientiert handelt. Unsere langjährige Erfahrung im Behindertentransport hat uns bei der Vorbereitung geholfen. Die Fahrer werden regelmäßig geschult, alles Sicherheitsrelevante in den Fahrzeugen wurde stets auf dem neusten Stand gehalten.“

Wenn mindestens je 70 Prozentpunkte in den drei Kategorien Organisation, Fahrer und Fahrzeuge erreicht werden, wird das bundesweit einheitliche Gütesiegel von TÜV und DEKRA vergeben. Mit dem Zertifikat erhält Köhler Transfer das Recht, das dazugehörige Zeichen für die eigene Werbung zu nutzen und die in das Zertifikat einbezogenen Fahrzeuge entsprechend zu kennzeichnen. Das Zertifikat ist ein Jahr gültig, danach werden im Wiederholungsaudit Abläufe und Fahrzeuge erneut überprüft.

Weitere Infos erhalten Sie in der Dienstleistungsbeschreibung unter:

www.tuev-hessen.de

Interessenten zu diesem Thema können sich an den TÜV Hessen wenden:

Telefon 06403 9008-44,
FAX 06403 9008-45,
E-Mail: frank.schneider@tuevhessen.de